2019 09 04 Maastricht 043

Nach 20 Jahren und ca. 100.000 Kilometer auf dem Mountainbike gibt es nur noch wenige weiße Flecken in der näheren Umgebung, die ich nicht kenne. Und dann fährst du von Heinsberg aus 45 Minuten mit dem Auto und kommst mit einem dermaßen breiten Grinsen von einem der jetzt nicht mehr weißen Flecken zurück, dass du es kaum glauben kannst. Genau das ist mir heute passiert! Aber lasst mich von vorne beginnen.


Uwe D. hatte mal wieder Urlaub und fragte mich, ob ich nicht was Nettes wüsste, das wir gemeinsam fahren könnten. Kurz überlegt und Uwe drei Alternativen vorgeschlagen. Eine davon war die Sint Pietersbergroute, die schon seit einiger Zeit auf meiner todo-Liste stand. Die Sint-Pietersbergroute (Link zur Facebook-Seite) wurde vor ca. 2 Jahren eröffnet und schafft es auf Anhieb, regelmäßig in die Top10 der festen Routen in den Niederlanden bei mtb-routes.nl zu landen. Diese Top10 werden monatlich aufgrund der Nutzer-Bewertungen erstellt. Per 30.08.2019 steht sie sogar auf Platz 1. Das verwundert noch mehr, wenn man weiß, dass sie nur ca. 5km lang ist. Musste also was ganz Besonderes sein. Lassen wir uns mal überraschen.
Aber für 5km lohnt sich die Anreise trotz der guten Bewertungen nicht. Da mussten noch ein paar Kilometer dazukommen. In der Nähe liegt das Fort Eben-Emael (wikipedia, Link zur Webseite), eine Verteidigungsanlage aus dem 2. Weltkrieg, das ich mir auch immer mal ansehen wollte. Das konnte man doch miteinander verbinden. Der Plan stand! Zuerst die St. Pietersberg-Runde, dann locker und flach am Albertkanal vorbei zum Fort Eben-Emael rollen, mal gucken, und am anderen Ufer des Albertkanals wieder zurückrollen. Schnell mal gecheckt, was es an fertigen Tracks bei GPSies um Eben-Emael gibt, fündig geworden und miteinander verbunden. Naja, sind zwar nur 39 Kilometer, aber zur Not konnten wir ja die Sint Pietersbergroute am Schluß nochmal fahren.

Die Anfahrt zum Parkplatz hätten wir fast verpasst, weil sie nur aus einem geschotterten Weg mit einer Schranke besteht. Vom Parkplatz aus sind wir dann direkt in die Runde eingestiegen, die Muskeln waren noch kalt und es ging direkt rauf. Immer auf Singletrails. Zuerst nur leicht und dann immer steiler. Selbst Uwe musste kurz vor Ende des Anstiegs wegen brennender Muskeln mal kurz Luft holen. Und dann wurden die Höhenmeter wieder vernichtet. Meistens sehr flowig, mit Anliegern, kurzen Sprüngen, aber auch einigen fahrtechnischen Herausforderungen. Nach 5 Kilometern konnten wir die Mundwinkel an den Ohrläppchen festtackern. Übereinstimmende Meinung: Sehr tolle Runde, die die hohen Bewertungen uneingeschränkt verdient hat. 

So, jetzt auf zum Fort. Zuerst mal auf etwas anspruchsvolleren Schotterwegen, die aber schnell von Singletrails abgelöst wurden. Uwe erwähnte so nebenbei, dass er schon ganz gespannt wäre, wo wir die restlichen der 800 Höhenmeter einsammeln würden. Höhenmeter? Die hatte ich irgendwie ganz verdrängt. Hatte die Runde tatsächlich 800 Höhenmeter? Wo sollten die denn herkommen? Kurze Zeit später ging es dann tatsächlich los mit den Höhenmetern. Zuerst noch wenige, aber später konnten wir feststellen, dass es eine nicht gerade niedrige Abbruchkante an der Maas gibt, die wir immer wieder auf Trails rauf und runter mussten. Die Trails konnten mit denen der Sint Pietersbergroute locker mithalten und setzten sich dann um die beeindruckenden sichtbaren Überbleibsel des Forts fort. Dazwischen immer wieder ebenso beeindruckende Fernblicke. So etwas hatten wir hier nicht erwartet. Ebenso unerwartet standen wir plötzlich vor dem Eingang zu einer Höhle. Es blieb nicht bei der einen. Immer wieder konnten wir diese Löcher im Kalkgestein untersuchen.

Und dann kamen die Treppen und zwar viele. Manche rauf, manche runter wie das bei Treppen eben so ist. Keine davon aus Beton und mit regelmäßigen Stufen, sondern oft sehr schwierig zu fahren. Die Tour so umzuplanen, dass die nur runter gefahren werden, ist nicht möglich, da waren wir uns einig. Also mussten wir unsere Bikes auch so manche Treppe hochschleppen. Mit einem E-Bike alles andere als eine leichte Aufgabe.

Im weiteren Verlauf erreichten wir dann ein weiteres Fort, das Fort Sint-Pieter (Wikipedia in niederländischer Sprache, Infos auf deutsch). Dieses mal allerdings keines aus dem 2. Weltkrieg. Es wurde am Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet. Ab da machten wir uns zum gemütlichen Ausrollen fertig. Naja, mit "gemütlich" hatten wir eigentlich nach den Erfahrungen der vorigen Kilometer nicht wirklich gerechnet. Und so war es. Der unbekannte Tourersteller hatte nochmal einige anspruchsvolle Singletrails reingepackt.

41 sehr anspruchsvolle Kilometer lagen am Ende hinter uns. Wir hatten beide genug und beschlossen übereinstimmend nicht noch eine Sint Pietersbergroute dranhängen, so schön sie auch ist.

Noch schnell einen leckeren Kaffee und ein (übrigens sehr empfehlenswertes) Stück Apfeltaart in dem kleinen Café am Parkplatz verputzt und dann wieder nach Hause.

Ach ja, ihr wollt sicher wissen, wo dieses Trail-Paradies ist. Wir waren in den Niederlanden und Belgien in der Gegend um Maastricht und das sicher nicht zum letzten Mal.

Weil die Tour so fantastisch war, haben wir ganz viele Bilder und Videos machen müssen. Ich hoffe, sie vermitteln euch einen Teil unserer Begeisterung über den heutigen Tag.

Tipp: Die (ausgeschilderte) Runde über den St. Pietersberg sind wir direkt am Anfang gefahren. Wir empfehlen euch, das auch so zu machen und nicht erst am Schluß. Wer weiß, ob ihr dann noch genug Körner übrig habt. Wenn ihr unserer Empfehlung folgt, solltet ihr euch zuerst ein klein wenig warm fahren, ehe ihr euch auf den Aufstieg macht. Sonst geht es euch wie Uwe.

Den Track könnt ihr euch auch diesmal runterladen. Beachtet bitte die Anmerkung dazu.

Dateien:
Erstelldatum: 05.09.2019
Länge in km: 41
Höhenmeter ca.: 800
empfohlene Fahrtrichtung: im Uhrzeigersinn
Downloads: 362

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ACHTUNG! Der Track enthält dieses mal 3 Einzeltracks, weil er insgesamt nicht wie die meisten meiner Tracks crossfree (= ohne doppelt befahrene Teilstrecken und ohne Kreuzungen) ist. Die 5km lange (ausgeschilderte) Sint Pietersbergroute und den Track bis Eben-Emael in 2 Teilen. Beim Nachfahren zuerst nur (falls möglich) Teil 1 anzeigen lassen und am Ende von Teil 1, diesen deaktivieren und Teil 2 anzeigen lassen.

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Am 15.09.2019 sind 2 Gruppen die Tour nachgefahren: Mannis Bericht auf Facebook. Uwe hat es so gut gefallen, dass er nochmal mitgefahren ist. Sein Bericht auf Facebook

Ein kurzer Videozusammenschnitt:

Alle Fotos (beim Klick auf ein Foto öffnet sich eine größere Ansicht).

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