Schon länger "Nideggener Trailjagd Teil 1" geladen und heute war es endlich so weit. Insgesamt 12 Biker trafen sich im strömenden Regen. Aber es sollte besser werden, viel besser sogar. Aus geheimer Quelle wurde mir das Tagebuch zur Tour zugespielt. Aber lest selbst! Ich habe dabei so manche Träne vor Lachen geweint.

Die Bilder und Links zu den Tracks (ja, richtig gelesen, es sind mehrere Varianten) findet ihr im Anschluss an das Tagebuch ganz unten.

Tourtagebuch 13.06.2015

7:45       Ankunft bei Christoph, Aufladen seines Bikes.

7:50       Christoph geht in den Keller. Es rumpelt und qualmt... Christoph kommt mit 4 Kabelbindern raus mit denen man die gesamte Fußball-Nationalmannschaft hätte fesseln können. Und einen Elefanten dazu. Dabei wollten wir nur 2 Lappen befestigen, damit nix verkratzt. Ok, dann eben auf Nummer Sicher.

8:45       Ankunft in Nideggen. Wir haben noch etwas Zeit und schicken Stefan eine Erinnerungs-SMS, dass der Parkplatz ein anderer ist als üblich.

8:55       Stefan antwortet prompt und merkt, dass er es nicht schafft, innerhalb von 20 Minuten von Köln nach Nideggen zu kommen. Er hatte die Nachricht von letzter Woche noch im Sinn, wo der Treffpunkt um 9:50 war. Halllooooo? 9UhrFÜNFZEHN, nicht 9UhrFÜNFZIG!! Tzzz.... – Männer!

9:00       Markus der Brachelener trifft am Parkplatz ein. Es fängt an zu regnen. Ein Bösewicht, wer hier einen Zusammenhang vermutet.

9:20       Auf nach Obermaubach, munter bergab durch den Wald im Regen.

9:46       Ankunft am Parkplatz, Reinhard und Manuel schlafen im Auto, sind aber sofort wach, als Christoph anklopft und Handzeichen gibt.

9:47       Der Guide muss pullern.

9:48       Manuel holt sein Bike aus dem Auto und hat schon gleich einen Platten.

9:51       Nach und nach trudeln alle weiteren Freiwilligen ein. Joe und der Lange sogar auf dem Bike. Mit letzter Kraft schleppen sie sich auf den Parkplatz, muntern sich gegenseitig auf, trösten sich durch die Nennung ihrer bisherigen Kilometerleistungen und reden Blödsinn. Regen auf dem Fahrrad muss ungesund für den Geist sein.

10:10    Alle stehen mittlerweile in der romantischen Schutzhütte und wärmen sich gegenseitig. Zur Belustigung aller tanzt Manuel in der Mitte um seinen Hinterreifen rum, wobei dieser sich wie von Geisterhand selbst flickt.

10:11    Der Lange weckt seine bessere Hälfte durch einen liebreizenden Anruf „Ach du schläfst noch? Dann leg dich doch wieder hin.“ Sehr schöner Start in ihren Geburtstag. Die beiden haben sich bestimmt ganz doll lieb.

10:15    Es regnet immer noch.

10:18    Der Guide spricht über Gefühle: „Ich habe das Gefühl, der Regen lässt nach“

10:21    Ob das stimmt, weiß man nicht so genau, jedenfalls wird der Regen wärmer. Man ist ja mittlerweile schon mit wenig zufrieden und die Tour beginnt.

10:22    Noch sind wir mit 12 Leuten komplett,

10:47    Ohne nennenswerte Pannen kommen wir oben an den Nideggener Wanderwegen an.

10:48    Es hat aufgehört zu regnen, Manuel legt einen Strip hin, rekelt sich dabei lasziv auf dem Tresen und steckt sich unter lautem Stöhnen 2 Finger in den Mund. Ok, war ein Scherz. Das mit den Fingern.

10:52    Wir surfen weiter auf den Wanderwegen, um die Burg, auf die Burg, runter nach Brück und um den Campingplatz Hetzingen.

11:52    Innerhalb einer Stunde keine besonderen Vorkommnisse.

11:53    Der Guide lässt die Meute stoppen und ordnet an, dass alle einen Blick rauf auf die Burg werfen müssen. Mehr als ein kurzes aaaahhh (bei den Damen war auch ein oooohhh erlaubt), lässt er aber nicht zu und es geht nach max. 10 Sekunden weiter.

11:57    Manuel legt erneut einen Strip hin. Diesmal auf der Motorhaube eines1958er Chevy, der zufällig im Wald rumsteht.

11:58    Der Lange träumt vom Goldkettchen auf Manuels Brust.

11:59    Die Gruppe teilt sich. Die Naturliebhaber fahren geradeaus, die Wahnsinnigen biegen ab um noch vor Sonnenuntergang in Overhetfeld anzukommen.

12:12    Der Lange und Joe müssen sich wieder gegenseitig trösten. Joe, dass er sich keine Socken leisten kann und der Lange, dass seine Kniestrümpfe scheiße aussehen. Ja ja, der Regen am Vormittag hat seine Spuren hinterlassen.

12:21    Manuel Strippt wieder. (Dieser Vorfall ist nicht belegt, aber es wäre eigentlich mal wieder an der Zeit.)

12:25    Die Gruppe stoppt, weil Markus einen Plattfuß hat. Es stellt sich heraus, dass der Mantel eingerissen ist. Er sollte damit vielleicht mal zum Händler gehen, evtl. geht da noch was auf Kulanz...

12:27    Der Guide muss pullern.

12:33    Die Gruppe fährt weiter, übergibt Markus jedoch in die Obhut von Reinhard, der uns dicht auf den Fersen ist.

12:36    Schnell noch eine Tüte Romantik beim Blick auf den Rursee.

12:37    Stefan ist sich nicht ganz sicher, welchen See wir denn da sehen und fragt nach.

12:41    Der Flowtrail runter zum See hat keine weiteren Opfer gefordert. Mit Ausnahme des Gedächtnisses von Stefan, er kann sich schon nicht mehr an den Namen des Sees erinnern. Der Guide weiß da wieder Rat.

13:02    Am Fuße des Herzensbrecher-Uphills überlässt der Guide die ahnungslosen Genossen ihrem Pulsfrequenz-Schicksal mit den einfühlsamen Worten: „Dieser Uphill ist nun etwas schmaler und steiler. Dafür ist er an den Stellen, wo er nicht verblockt oder mit Geröll übersät ist, entweder verwurzelt oder matschig.“

13:08    Loisl, Stefan und der Guide bilden die Nachhut. Während Loisl munter von seinem Fatbike berichtet, geht mir allmählich die Puste aus.

13:10    Loisl berichtet weiter enthusiastisch von seinem Fatbike, mir kommt nur noch ein kurzes „Preis?“ aus dem Hals. Schließlich will man sich ja an einer Konversation beteiligen.

13:13    Loisls Redeschwall will nicht abebben, mittlerweile dreht es sich ums 24-Stunden-Rennen. Ich bin völlig am Ende und es gibt eines auf dieser Welt, worüber ich grade nicht nachdenken möchte: 24-Stunden-Rennen!

13:17    Wir kommen oben an. Meine Pulsnadel rollt sich schon auf, Loisl immer noch munter auf Ruhepuls und redseelig. Irgendwas läuft hier falsch...

13:24    Wir schießen den Schmugglerpfad runter zum Schmugglertreff.

13:25    Keine weiteren Verluste.

13:26    Der Guide muss pullern.

13:39    Beim Uphill träumt Christoph von Schoko-Birne-Kuchen.

13:44    Mittlerweile sind wir wieder oben in Klaus. Das Schild Klaus-Quadrat ist weg!

13:51    Wir kommen am Hotel Seeblick an und beziehen schonmal unseren Terrassenplatz während Christoph noch sein Bike tuned. Als Zeugwart würde er sich sicherlich gut machen. Bei der nächsten Tour sollten wir ihn mal bestechen.

13:56    Wir erhalten ein leckeres Stück Kuchen bei sonnigem Blick auf den .... „ja, Stefan, das da ist der Rursee.“

14:12    Reinhard und die anderen treffen ein. Sie nehmen sich ein Beispiel an Chuck Norris und besteigen den Parkplatz mit einem geschickten Satz über die Zypressen-Hecke. Mit Bike unterm Arm, versteht sich.

14:20    Markus trifft schiebenderweise ein. Sein Bike war explodiert, erzählt man sich. Jedenfalls unwiederbringlich platt.

14:31    Markus bestellt sich ein Taxi und gibt auf. Verlust Nr. 3 - bis jetzt.

14:54    Nachdem der Guide pullern war, geht es weiter Richtung Schmuggler-Weg. Mittlerweile nur noch in 9er Besetzung, dafür aber gemeinsam.

15:21    Der Guide wird gemobbt. Das hab ich genau gehört!!!!

15:33    Christoph rast bergauf an uns vorbei, muss wohl der Schoko-Birne-Kuchen sein.

15:41    Der Guide überholt Christoph, Apfel-Sahne schlägt Schoko-Birne.

15:51    Kurz vor dem Dresbach-Trail noch eine Kopfzählung – keine weiteren Verluste.

15:59    Der Dresbach-Trail spuckt sämtliche Biker mit einem Lächeln wieder aus. Nur Christoph schaut etwas verbissen drein. Schoko-Birne???

16:00    Der Guide muss pullern.

16:07    Manuel verabschiedet sich, wieder einer weg.

16:08    Die verbleibenden 8 Mitstreiter gönnen sich ein Abschluss-Bier im Café Flink in Obermaubach.

22:35    Tagebuch fertig. Danke Leute, es hat Spaß gemacht!!!

22:39  Der Guide muss pullern. Gute Nacht!!

Und hier die Bilder, die ich mit meiner Kamera gemacht habe:

Außerdem hat Markus seine GoPro jede Minute auslösen lassen. Die gelungensten Fotos:

Bei GPSies konntet ihr euch bisher 3 Varianten der Tour runterladen. Da ich vor kurzem erfahren habe, dass die Strecke teilweise durch sensibles Gebiet führt, habe ich mich entschlossen, die Tracks nur noch auf Nachfrage an mir persönlich bekannte Biker zu übermitteln.