Hoegne-2012-05-25_11-05-15heute war der richtige Tag für meine Ardennen-Abenteuer 2012 Teil 3. Nach Auftakt-Baelen und Cimes des Waimes folgte heute der Hoegne-Downhill. Und es war ein Abenteuer! Ich bin fast im Moor versunken, musste fallenden Bäumen ausweichen und zum Schluß wurde ich auch noch durch 3 magische Tore geschickt. Aber alles der Reihe nach.

Bei den beiden längsten Downhill von Belgien-Versionen (Original/Spezial-Edition MTB-Heinsberg) ist jeweils der Downhill an einem Flüsschen namens Hoegne (eigentlich mit 'nem Doppelpunkt über dem e, aber ich weiß nicht, wie ich das auf der Tastatur hinbekomme. Ich weiß übrigens auch nicht, wie es gesprochen wird.) Den wollte ich von Baelen bei Eupen aus erreichen. Wenn man runter will, muß man zumindest bei uns zuerst mal hochfahren. Den Uphill hatte ich so geplant, dass bis auf ein paar ganz kurze Abschnitte keine Stücke mit 2-stelligen Steigungsprozenten dabei waren und auf ruhigen Schotterwegen verlief. In den Ardennen sind diese Schotterwege auch keine Waldautobahnen, sondern ich würde sie eher als Waldlandstraßen bezeichnen. Schön zu fahren und man kann die tolle Landschaft genießen.

 

Hoegne-2012-05-25_11-31-37Allerdings hat die Planung ohne steile Anstiege den Nachteil, dass es zuerst mal tendenziell gut 30 Kilometer rauf geht. Dann steht man fast direkt an der Quelle der Hoegne im Hohen Venn. Schnell wird das Bächlein breiter bis es zu einem kleinen Flüsschen wird. Von dort oben bei ca. 600 Meter über NN geht es dann ca. 15 Kilometer nur bergab. Die ersten 5 locker auf Schotter, aber was dann folgt, muß man selbst erlebt haben. Die typischen dicken Ardennen-Kiesel, jede Menge Wurzelpassagen, aber auch eher weniger ruppige Pfade. Das Ganze wird garniert mit jeder Menge Hoegne-Querungen. Entweder direkt durch eine Furt oder über maximal 60cm breite Holzstege. Der richtige Flow kommt so natürlich nie auf und trotzdem macht es einen Heidenspaß. Irgendwann ist aber leider jeder Spaß zuende und so endete diese Passage bei Kilometer 45. Danach hieß es wieder 5 Kilometer hoch nach Jalhay klettern. Dort, ca. bei Kilometer 50, hatte ich eine Abkürzung eingebaut, mit der man nach ca. 12 Kilometern über Radwege wieder in Baelen ist. Eigentlich wollte ich die Originalrunde fahren, die insgesamt noch 20 Kilometer länger ist und über Trails zum Ziel führt. Dummerweise verpasste ich die Abzweigung und hatte gerade eine ziemlich steile Passage hinter mir, als mir das auffiel. Deswegen bin ich dann auf der kurzen Variante geblieben. Ich muß euch aber sagen, dass dieser restliche Streckenabschnitt eher langweilig ist und wirklich nur zur Abkürzung dient.

Hoegne-2012-05-25_13-08-42Ausgenommen von dieser Aussage sind die 3 magischen Tore. In Goé zweigt der Track von der Hauptstraße ab. Nach ein paar Höhenmetern steht rechts ein weißes Tor als Abschluß einer Weideeinzäunung. Der Track selbst orientiert sich an einem rot-weiß gekennzeichneten Wanderweg und führt mitten über eine große Wiese und endet wieder an einem weißen Tor. Am besten schiebt man jetzt sein Bike über die Wiese zum dritten Tor. Einen Pfad habe ich bis dahin nicht gesehen. Alle 3 Tore sind so gestaltet, dass man im besten Fall als Wanderer dort durchkommt. Beleibte Wanderer hätten dort schon so ihre Schwierigkeiten. Hinter dem 3. Tor beginnt dann der ziemlich steil ansteigende Pfad. 

Soweit zum Abenteuer mit den 3 magischen Toren. Am liebsten hätte ich gehabt, wenn eines der 3 Tore mich zum Ende des Anstiegs gebeamt hätte. Leider habe ich nur ein leichtes Kribbeln gespürt. Das Kribbeln kann natürlich auch durch Brennnessel in der WiesHoegne-Kartee gekommen sein. Aufklären möchte ich aber noch die beiden anderen Abenteuer. Nach gut 20 Kilometern hatte ich am Rande des Venns den Track geplant. Dieser zuvor gut fahrbare Weg endete plötzlich im Nichts und das Nichts war auch noch verdammt nass. Zuerst versuchte ich noch zu fahren und als das nicht mehr ging, trug ich mein Bike. Irgendwann bin ich dann mal gestrauchelt und mit einem Fuß in einem tiefen Morastloch gelandet. Von da an bin ich mit einem weißen und einem schwarzen Strumpf weitergefahren. Und Abenteuer 2 kann in den waldreichen Ardennen immer mal vorkommen. Ein schöner Pfad endete vor quer über den Weg liegenden Kiefern. Aber nicht nur eine, sondern der ganze Pfad war zu. Ich habe mir meinen Weg dann am Rande durch den Restwald gesucht. Kurze Zeit später hörte ich dann auch die Motorsägen und konnte beobachten, wie der nächste Baum fiel. Urspünglich habe ich hier ein Zip-file angeboten, das zwei gpx-Tracks enthielt. Zum einen den Originaltrack (Download) und zum anderen einen mit der Umfahrung von 2 Passagen, die nur bedingt fahrbar sind. Wir haben beim Ardennen-Abenteuer 4 die Umfahrungen versucht und festgestellt, dass sie so keinen Sinn machen und noch weniger fahrbar sind als der Originaltrack. Seid also gewarnt. Einmal gibt's u.U. nasse Füße und ein andermal müsst ihr über gefällte Bäume klettern. 

Werner und Sven haben am 22.7.2012 (ihr erinnert euch: in den Wochen vorher hatte es nicht unerhebliche Niederschläge gegeben) versucht, die Tour leicht modifiziert nachzufahren. Werner berichtete:

wir haben heute den Versuch unternommen,
Start 09:20 h Rückkehr inclusive Nirvana, verschlossenem
gesicherten Privatgelände und leckeren belgischen Pommes
in Eupen zurück um 14:10 h nach 65 km.

Im hohen Venn endete der Weg im Nichts/Sumpf , Reifen bis zur Achse im Wasser , nur Gras und kein sichtbarer Weg. Hatte vorsichtshalber deinen überarbeitet Track dabei. Umfahrung endete aber vor einem verschlossenen hohen Tor, gesichert mit Aufschrift Betreten und Durchfahrt untersagt . Hat so ein wenig die Stimmung gedrückt.
Der Orginaltrack ist daher zum Nachfahren nicht zu empfehlen.

Aber der Einstieg am Eupener Staussee und der Rest waren toll, die Trails teilweise jedoch hier und da recht schlammig. Bei Trockenheit sicherlich mal eine Tour wert. Wer mal sein Material schinden will, ist in den Ardennen gut aufgehoben. Werners-TourDer Teilemarkt freut sich.

Beim Klick rechts auf das Bildchen könnt ihr euch ansehen, welche Stelle Werner meinte und damit wisst ihr auch, auf was ihr euch einlasst, wenn ihr die Tour nachfahrt.

 

In nächster Zeit werde ich diese Runde mal bis zum Signal de Botrange, dem höchsten Punkt von Belgien ausdehnen. Von da aus geht es dann einen weiterer Flüsschen-Downhill entlang der Warche wie bei der Ardennen-8 runter, an den sich dann (nach einer Kletterpassage) der Hoegne-Downhill anschließt. Wird bestimmt ein sehr spaßige Runde.

Hoegne-2012-05-25_11-53-51Ich bin übrigens mit dem Canyon All-Mountain gefahren. Die 140mm Federweg vorne und hinten konnte ich vor allem im Hoegne-Downhill gut brauchen. Nach meinen nicht ganz so guten Erfahrungen mit der Bereifung in Waimes hatte ich diesmal vorne einen Conti Baron aufgezogen. Dazu noch den Druck auf 1,8 bar abgesenkt. Welcher Unterschied! Der biß sich wirklich mit seinen hohen Stollen überall fest. Ich muß jetzt nur noch verinnerlichen, dass ich neuerdings meinen Reifen vertrauen kann.

Weitere Bilder zur Tour findet ihr hier

Wo die Fotos aufgenommen wurden, könnt ihr euch mit dem Link zu GPSies (Track inklusive Fotos) ansehen.