HK-Downhill-20110319_12-38-43Ich möchte in diesem Jahr noch (mindestens) eine weitere Heimatkunde-Runde anbieten und Sebastian (wer auch sonst) hatte die Idee, einmal eine downhill-orientierte Runde auszutüfteln. Für eine erste Erkundungsfahrt hatten wir uns dann gestern verabredet. Weil ich meine Kamera im Oktober bei Niederrhein-Marathon geschrottet habe, nutzte ich die Gelegenheit die neue mal ausgiebig für Fotos und Videos zu probieren. Bernd hat mir einen Teil der Web-Arbeit abgenommen und einen tollen Bericht geschrieben. So blieben mir heute morgen noch 2,5 Stunden Ausrollzeit. Vielen Dank Bernd.

Endlich scheint die Wettervorhersage dem Winter die kalte Schulter zu zeigen und so ist es wenig verwunderlich, dass auch das IBC-Forum langsam aus dem Winterschlaf erwacht: Sebastian plant, mit Marco die legendäre Heimatkunde 4-Tour zu fahren und ich hab‘ ein großes Zeitfenster für den Samstag, also steig‘ ich mit in die Runde ein! Der Trainingslevel scheint bei allen noch recht moderat zu sein und so beschließe ich, nicht mit dem Auto zur Dalheimer Mühle anzureisen sondern schon‘ mal per Bike ein wenig Grundlagen-Ausdauer-Einheiten zu tanken.

Beim Blick aus dem Fenster am Samstagmorgen stellt sich doch ein wenig Ernüchterung ein, Grau-in-Grau und kalt ist’s auch noch. Naja, da muss ich jetzt durch! Rucksack gepackt, Bike fertig gemacht und los geht’s. Die ersten Trails im Haardter Wald lassen schon erahnen, was mich heute auf der Tour erwartet: Die ganze Nacht hat’s heftig geregnet und entsprechend schwer und „schlickig“ ist der Boden. Aus der Anreise im geplanten GA-Modus wird so dann ein erster „Dialog“ mit schwerem Untergrund, der schon recht viel Kraft kostet. So schaff ich‘s dann auch nur mit Mühe, pünktlich um 10:30 an der Mühle zu sein. Ich bin dennoch der erste und schau ein wenig verwundert, als zwei für mich neue Gesichter, Werner und Marco, zwei Minuten später eintreffen. Dann kommt tatsächlich Reinhard um Ecke gefahren und so langsam dämmert’s mir, dass der Kreis wohl doch ein wenig größer wird und sich eine weitere Gruppe über Reinhard mit „dazu organisiert“ hat. Markus erscheint nach langer Zeit der MTB-Abstinenz überraschend und dann ist mit Sebastian die Runde komplett. Beim Blick auf’s Material erahne ich schon, wo’s heute langgeht: Bergab! Ich bin der einzige Hardtail Fahrer  und meine bescheidenen 80mm Federweg wirken fast lächerlich im Vergleich zu den AM/Enduro Bikes – egal …HK-Downhill-20110319_11-35-32_2

Auf geht’s gen Süden in den Dalheimer Wald und Reinhard bittet sofort zur ersten „Mutprobe“: eine steile Passage mit Wurzeln an einem Hang. Reinhard, Markus, Werner kommen durch aber Marco strauchelt ein wenig vor mir und so verlässt mich dann direkt der Mut und ich wähle den „Chicken-Way“. Sebastian hat sich für seine Mutprobe eine besondere Passage ausgesucht, die für jeden „normalen Biker“ eher unfahrbar erscheint, er eliminiert aber lässig und mit großem Können alle Gesetze der Schwerkraft und Haftungstheorie und kommt unversehrt unten an. Das Wetter wird jetzt wirklich grandios: die Sonne kommt durch und die Temperaturen steigen gewaltig – so macht’s noch mehr Spaß!

Weiter geht’s durch nette Trails im Dahlheimer Wald, Rosenthal und um Birgelen herum und Sebastian und Reinhard diskutieren immer wieder intensiv, wo denn die besten Rampen in der Umgebung zu finden sind und ich ahne, dass das die Vorbereitungstour für eine Heimkunde der Bergab-Fraktion zu sein scheint. Meine Schaltung schwächelt unter all dem Schlamm an Kurbel und Kette und ich bin froh, dass wir in Birgelen halt machen, um an einer netten Rampe die Flugkünste von Sebastian bewundern zu können. Unglaublich, wie locker er die Drop’s und die gewaltige Sprünge meistert. Markus und Werner trauen sich auch an einige Drop’s und der Rest staunt einfach nur. Nach der Flugstunde geht’s über diverse Downhills weiter Richtung Wassenberg und der Halde in Ratheim. Bei einem kleinen Stopp stelle ich fest, dass eine Speiche an meinem Bike gerissen ist - mein Hardtail schwächelt also recht heftig bei den ganzen Downhill-Passagen. Ich kann aber glücklicherweise weiterfahren und hab‘ mein persönliches Highlight dann beim Uphill zur Ratheimer Halde, wo ich – gewichtsbevorteilt durch mein Bike – den anderen kurzzeitig davon sprinten kann und nicht wie sonst die rote Laterne in der Hand halte. Wir treffen noch ein weiteres bekanntes Gesicht oben auf der Halde und es geht jetzt gemeinsam runter durch eine kleine Schlucht. Ich schiebe dann doch lieber das erste Stück, während sich der Rest teils locker teils angespannt nach unten „navigiert“.

HK-Downhill-20110319_13-57-53Die Zeit ist unheimlich schnell vergangen und so sind sich dann alle einig, zügig gen Dalheimer Mühle zurückzufahren. Wieder erlebe ich viele nette Trails, die ich vorher noch nicht kannte, mein GPS track‘d glücklicherweise alles mit! Wir erreichen wieder die Dalheimer Mühle mit einem breiten Grinsen im Gesicht und sind uns alle einig, dass das ein grandioser Saisonauftakt war.

Für mich sollte’s das aber noch nicht gewesen sein: Ich schließe mich auf der Rückfahrt Werner und Marco bis Varbrook an und muss mit Entsetzen feststelle, dass die beiden noch ein paar Körner übrig haben und ich so noch richtig Gas geben muss, um den Anschluss nicht zu verlieren. Nach 6:30h und 71km/800hm bin ich dann endlich wieder zuhause und genieße Kaffee und Kuchen bei strahlendem Sonnenschein auf der Terrasse. Klasse, war’s – vielen Dank an die Guides und die unheimlich nette Gruppe – einen schöneren Sport kann man sich nach einem solchen Tag kaum vorstellen!

Die Bilder findet ihr unter diesem Link, die Videos unter diesem. Den Track gibt es erst nach der "offiziellen" Heimatkunde.

 

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