SL702778Für Samstag, den 11. September 2010 hatte Werner zu einer Tour zwischen 3 Talsperren in der Nordeifel eingeladen. Angesichts der Streckenlänge von ca. 100 Kilometern und des damit verbundenen Zeitaufwands konnte er nur Thomas K. und Reiner für diese Tour begeistern. Thomas K. hat mir eine Mail geschrieben und Werner die Bilder beigesteuert. Es scheint eine wunderschöne Tour bei bestem Bikewetter gewesen zu sein. Aber lest selbst!

 

Hallo Reinhard,
eigentlich bin ich gar nicht qualifiziert einen Bericht über diese von Werner geplante Eifeltour zu schreiben.  Schließlich kenne ich mich in der Gegend nicht gut aus, um den Streckenverlauf wie in unserer Heimat mal eben aus dem Ärmel zu schütteln.  Ich will trotzdem versuchen mit Hilfe von Google Earth, zumindest die Eindrücke von gestern zu beschreiben.  Eins jedenfalls vorab: Ihr habt eine der besten Touren dieses Jahr verpasst.

Startpunkt war ein perfekter kleiner Parkplatz Downtown Luchem am Nordost-Zipfel der Eifel.  Reiner, ein Kollege von Werner hatte sich auch aufgerafft diese anspruchsvolle und lange Tour abzuspulen.  Trotz grober Schnitzer seines (Auto)Navigationsgerät war Reiner auch pünktlich um 09:30 am vereinbarten Startpunkt.  Als er mich sah, wollte er schon wieder nach Hause fahren.  Reiner hat wohl dieses Jahr mit unserem super fitten Werner ein paar (wie sollen wir es sagen) signifikante Trainingsreize gesetzt (oder gesetzt bekommen ;-) und hatte jetzt übelste Bedenken für die Eifeltour.  Reiner hat in seinem früheren Leben aber unter anderem schon Triathlon mit diversen Ironmanveranstaltungen und Zeiten unter 11:00 Stunden absolviert.  Von daher machte ich mir um ihn keine großen Sorgen.  Außerdem war ja eine Genussbikerrunde angesetzt.  Um 10:00 Uhr trudelte dann auch der Organisator der Veranstaltung ein ;-)

SL702707Also ging es endlich los und ab in die Eifel.  Ich hänge Dir den gefahrenen Track einmal an.  Wir haben uns entschlossen das Ding im Uhrzeigersinn zu fahren.  Dadurch haben wir direkt am Anfang einige schöne Anstiege und die auch mir bekannten Trails im Meroder Wald mitgenommen.  Durch die stark verwurzelten Trails (und meines Hardtails) lag der Schnitt nach den ersten 15km bei 12 km/h.  Diese erste trailverseuchte Passage hat aber einen Heidenspass gemacht.  Weiter ging es zur Wehebachtalsperre.  Hier haben wir eine kleine extra Schleife gedreht, weil die Trails zur Talsperre runter einfach der Knaller sind.  Weiter ging es über Trails nach Großhau.  Wie der Zufall es wollte, sind uns auf den Trails ein Pulk MTBler vom MTB-Verein Extreme aus Swalmen mit ihren Vereinstrikots entgegen gekommen.  Ab Großhau ging es dann zur Erholung ein Stück auf landwirtschaftlichen Wegen weiter.  Dabei konnte man auch einmal den herrlichen Sonnenschein genießen.  Die Temperaturen waren optimal - nicht zu warm und nicht zu kühl.  Dann kam eine lange und schnelle Abfahrt, auf der wir von Wanderen "freundlich gegrüßt" wurden.  Und wo es runter geht, geht es natürlich auch wieder rauf.  Wir sollten aber durch ein Highlight des Tages wieder belohnt werden.  Als nächstes standen die Serpentinen runter zur Rurtalsperre auf dem Programm.  Natürlich haben wir vorher an den Aussichtspunkten mit fantastischem Blick auf die Talsperre diesen spätsommerlichen Tag genossen.  Unten an der Talsperre angekommen haben wir dann auf dem Weg am Ufer die Seele baumeln lassen.  Gemütliches Rollen mit Blick auf den See (und Slalom um die Wanderer ;-)  )  Wir hatten jetzt gut Halbzeit und wollten irgendwo einkehren.  Nach etwas längerem Suchen fanden wir dann eine nettes Terassenrestaurant mit mittelmäßiger Bedienung aber vorzüglichem Apfelkuchen.  

SL702750Nachdem die Akkus wieder etwas aufgeladen waren, mussten wir natürlich aus dem Rurtalkessel wieder raus.  Den längeren Anstieg hatte Werner auf Asphalt geplant.  Das war sehr viel einfacher, als damals bei unserer MMM am Rurtalsee (Du erinnerst Dich?).  Dadurch konnten wir etwas Kräfte sparen.  Diese sollten wir nämlich später noch brauchen.  Mit Singletrails war es jetzt erstmal vorbei.  In der Regel ging es über breitere Forstautobahnen immer lustig rauf und runter.  Wir haben auch ein paar Landstraßen gequert, wo wir immer auf potentielle Organspender aufpassen mussten.  In diesem Bereich bekamen wir auch immer wieder Probleme mit der Navigation.  Erstens war der Empfang in den Tälern und durch den Wald eingeschränkt und zweitens mussten wir uns immer wieder an eng zusammen liegenden Gabelungen für den richtigen Weg entscheiden.  Theoretisch lag unsere Chance immer bei 50:50.  Tatsächlich mussten wir aber oft nach ein paar hundert Metern (und in der Regel einigen Hm) erkennen, dass unsere Wahl falsch war.  Das kostet natürlich im letzten Drittel einer solchen Tour reichlich Körner.  Schließlich erreichten wir am späteren Nachmittag die Kalltalsperre, wo wir wieder den schönen Ausblick genießen durften.  Und wie schon an der Rurtalsperre ging es wieder einen längeren Anstieg hoch.  Diesmal aber durch den Wald.  Anschließend gab es aber eine kleine Erholungsetappe über schnurgerade Forstautobahnen.  Schließlich erreicht wir ein zweites mal die Wehebachtalsperre.  Diesmal auf der anderen Seite aber wieder mit schönem Ausblick. Wir wähnten uns schon fast "zu Hause" da wir die vorhergesagten 1.600 Hm bereits auf dem Zähler hatten.  Werner hatte aber noch einige Anstiege in den Track eingebaut.  Etwa 10km vor dem Ziel dann ein dicker Verfahrer.  Ein sehr kniffelig zu fahrender Weg (liebe Grüße von den Forstarbeitern)  endete im Nirvana.  Da ging gar nix mehr.  Es half alles nichts, wir mussten den selben kniffeligen Weg zurück.  Diesmal aber nicht abwärts sondern aufwärts!  Noch einmal zum Verinnerlichen:  Wir hatten jetzt etwa 90km und 1.600Hm in den Beinen.  Wir saßen bis jetzt gut 6 Stunden im Sattel.  Das sind die Momente, die man nur übersteht, wenn man schon etwas länger MTB fährt.  Und auch auf den letzten 10km war nicht einfach nur ausrollen angesagt.  Irgendwann ist aber auch der längste Biketag praktisch vorbei.  Wir konnten die letzte Wiesenabfahrt in der frühen Abendsonne in Richtung Langerwehe genießen.   Nur noch ein paar km auf Asphalt zurück zum Parkplatz und ein wunderschöner aber auch sehr anstrengender Biketag war zu Ende.  Auf der Heimfahrt stellte sich wieder dieses Ahhhhhhhh-Gefühl ein, dass die meisten von Euch kennen.  Man geht im Kopf noch einmal den Tag durch und genießt einfach die wohlverdiente Entspannung.



Für die Statistiker und diejenigen, die die Tour einmal nachfahren wollen:  Am Ende hat der Garmin bei 100,1km und ca. 1.730 Hm aufgehört zu zählen.  Start war um 10:00 Uhr, Ende gegen 18:00 Uhr.  Wir waren etwa 6:45 im Sattel.  Die Steigungen sind durch die Bank gut fahrbar (keine Schweinerein wie in den Ardennen (schade ;-)).  Steigungen variieren zwischen 5% und max. etwa 20%.  Auch die Abfahrten sind alle gut fahrbar.  Ein HT ist aber teilweise mit den Wurzelpassagen überfordert und auf mancher Abfahrt wird man gut durch geschüttelt.  
Wir sollten dieses tolle Bikerevier im nächsten Jahr (mit Allmountain) häufiger anfahren - es lohnt sich!

Gruß
Thomas

Den Track könnt ihr runterladen.