Normalerweise veröffentliche ich ja keine Berichte ohne Fotos, aber der von Sebastian, in dem er seine Leiden, aber auch seinen Spaß bei einer Tour mit Thomas K. schildert, ließ mich von meinem Prinzip abweichen. Jeder, der schon mal eine Tour absolviert hat, nach der der restliche Tag nur noch auf der Couch liegend zu verbringen ist, wird nachempfinden können, wie Sebastian sich gefühlt hat. Außerdem haben die beiden ihren Bericht ja auch mit einigen kleinen Videos garniert. Zur Erklärung nur noch abschließend: Ich hatte eine Tour "Rund um den Venhof" angeboten. Leider musste ich die kurzfristig wegen eines geschwollenen Fußes absagen... und das bei diesem idealen Bikewetter. 

 

Mein Kopf muss noch am schlafen gewesen sein als mir die Worte "gut, dann drehe ich jetzt um und komm nach Born" über die Lippen gingen...

Gute 12 Kilometer vorher bin ich auf Verdacht von Amern aus Richtung Vennhof gestartet um mich mit Reinhard und Thomas zu treffen. Gut, ich hätte natürlich nicht erst auf dem Weg fragen sollen ob Reinhard wirklich fährt. Nach einem Telefonat mit Reigi wusste ich dann aber das er nicht fahren kann. Was nun? Alleine zu fahren hatte ich keine Lust und ich wusste das nur Thomas noch fahren wollte - also rief ich ihn an... Er wollte aber nicht in meine Richtung kommen, da er sich dort am Freitag schon rumgetrieben hat - er wollte Richtung Viersen. Hmmm... da kam ich doch grade her...
Naja, in geistiger Umnacht kamen mir dann oben genannte Worte über die Lippen.

Also ich um 9.15 Uhr bei Thomas einlief war ich warm und 20km auf der Uhr. Genau das Richtige um mit Thomas zu fahren...

Aber ich war guter Dinge und bat um Rücksicht da ich ja dieses Jahr erst genau 10% seiner Kilometer gefahren bin. Ich wollte mich dann nach ca 50km in Hinsbeck ausklinken. Aber es sollte anders kommen.

3km nach unserem Start in Born sind dann auch wieder fast bei mir zuhause vorbei gekommen Richtung Dülken fahrend. Dann noch eben Richtung Viersen und "schon" hatten wir den ersten Dreck unter den Stollen. Am hohen Busch dann rauf auf die Höhen und einmal kreuz und quer rüber. Wir haben viel gelacht, da ich die Berge immer aus der Sicht des Downhiller sehe und Thomas eben aus der Sicht des Uphillers. Hieraus entstanden lustige Dialoge wie: Ist das nicht ein schöner Hohlweg? Doch - aber wir fahren ihn in die falsche Richtung, Thomas... Auf den Höhen konnte Thomas mir ein, zwei Wege zeigen die ich noch nicht kannte, und am Ende konnte ich Thomas noch einen sehr geilen Trail zeigen, den ich auch erst seit einem Jahr kenne.

Dann ging es sehr gemütlich rüber nach Hinsbeck wo wir kurz die Highlights mitgenommen haben. Dann über den Krickenbecker See Richtung TOR 9 / Venloer Heide. Eigentlich wollte ich zu dem Zeitpunkt / Kilometerstand schon auf dem Nach-Hause-Weg sein hab mich aber entschieden trotz der schwindenen Kräfte Thomas zu begleiten.

Also durch die Heide nach Venlo und mit urbanen Abschnitten immer Richtung weißer Stein. Nach dem Stadion in Venlo (auch hier haben wir leider nix zu futtern gefunden) musste ich an einem Anstieg absteigen - meine Oberschenkel hatten kurzzeitig keine Lust mehr Da aber dann glücklicherweise auch eine paar ebenerdige Passagen folgten, ging es weiter.

Im Gebiet vor der Schlucht haben wir es dann auch nochmals krachen lassen und haben einige schöne Downhills mitgenommen. Als mich Thomas fragte ob ich den kleinen "Spielplatz" kenne, musste ich verneinen und bat darum ihn mir zu zeigen. Nach 1-2 Kilomter rief ich Thomas zu ob er wüsste dass wir uns wir uns wieder weiter vom weißer Stein entfernten... Er wusste das Fast wären wir dann doch noch am Spielplatz vorbei gefahren, da Thomas meine Aussage wohl so deutete, als ob ich doch keine Kraft mehr hätte. Vielleicht hatte er da gar nicht so unrecht... Nach 10 Minuten rumschauen an der Dirt-Line konnte ich der Versuchung nicht widerstehen den ersten Double (ca 4m) zu versuchen - Thomas wolte zwar nicht so recht und sagte er hätte keine Lust einen Krankenwagen zu rufen... Beim dritten Anlauf fand ich den Mut zu springen - leider fehlte mir tatsächlich die nötige Kraft um die benötigte Geschwindigkeit aufzubauen und erreichte so nur knapp den Landehügel in dem ich dann unsanft einschlug. Ist aber Gott sei Dank nix passiert.

Danach ging es dann oberhalb der Schlucht (Ich hatte das Gefühl Thomas wollte mir die Schlucht selber nicht mehr zumuten) zum weißen Stein wo wir uns bei Energy-Drink und leckeren Karamell-Sirup-Waffeln für die letzten ca 12 Kilometer stärkten. Der Rückweg ging locker durchs Depot und Lüttelbracht nach Born. Hier verabschiedete ich dann Thomas und fuhr weiter nach Amern. Hier angekommen hörte ich deutlich meine Beine rufen, dass es keinen Kilometer mehr weiter gehen würde. Mein Arsch hatte eh schon lange Kirmes.

Die Tour von Born bis Born hatte die angenehme Länge von 68km mit den angesprochenen 650hm. Mit meinem "Warmfahren" hatte ich am Ende ca 91 Kilometer auf der Uhr - Eine Distanz von der ich normalerweise frühestens im August träume.

An dieser Stelle nochmals vielen Dank an Thomas für die sehr schöne Runde und die Rücksicht die Du genommen hast - ich denke das Du nicht oft über Deinem Ruhepuls lagst, oder?

Gruß, Sebastian