nimm3-2009-04-10 11-00-14 Für den diesjährigen Karfreitag hatten Thomas K. und ich als heuvelland-infizierte uns vorgenommen, weitere Biker anzustecken. Bei dem ein oder anderen 2009-04-10-Valk-Gulp-Meers_Grafik2D war ein wenig Überzeugungsarbeit zu leisten und bei einigen anderen war diese sogar erfolglos. Schließlich fanden sich aber insgesamt 6 Biker (Thomas K. aus Brüggen-Born, Bernd aus Kleingladbach, Loisl aus Keyenberg, Markus "de Lang" aus Holzweiler, Markus B. aus Baal und ich aus Heinsberg-Dremmen) zur "Nimm 3-Tour" im Limburgse Heuvelland ein. Für die, die es noch nicht wissen, Heuvelland heisst übersetzt "Hügelland". Normalerweise stelle ich immer ein schönes Bild an den Anfang des Artikels. diesmal möchte ich davon abweichen und habe das Höhenprofil an den Anfang gestellt, weil es am besten deutlich macht, was uns eigentlich da erwartete. Ein ständiges Auf und Ab ohne irgendwann einmal ein ebenes Stück dazwischen. Die Steigungen sind nie lang (max. 1,5 Kilometer). Sie reichen von "locker fahrbar" bis zu "nur schiebend" (jedenfalls für mich). Die Spanne der Steigungsprozente geht bis zu gerade noch für mich und einige andere fahrbare 30%. Insgesamt sind so gut 1.500 Höhenmeter zusammengekommen. Das hört sich zunächst für Alpenerfahrene gar nicht so viel an, ist aber nicht mit den langen Anstiegen dort zu vergleichen. Das ständige rauf und runter ist ungleich anstrengender.

Jetzt aber zur Strecke und damit zur Erläuterung der Überschrift. Im Limburgischen Heuvelland sind etliche Kilometer für Mountainbiker als Rundkurse mit Längen von 25 - 30 Kilometer ausgeschildert. Wir wollten die Valkenburg-, Gulpen- und Meerssen-Runde miteinander verknüpfen und zwar so, dass wir kurz vor dem Ende der Valkenburg/Gulpen-Runde nach ca. 46 Kilometern entscheiden konnten, ob wir uns noch fit genug für die Meerssen-Runde fühlten. Und "Amstel-Gold-Race-Land", weil hier alljährlich der Rennrad-Klassiker Amstel-Gold-Race stattfindet.

Der Treff lag genau an der Autobahnabfahrt Valkenburg/Hulsberg. Von dort konnten wir dann sofort in den Track einsteigen. Über viele schmale Wege und Singletrails ging es los. Nach ein paar Kilometern dann der Schreck. Am Ende einer der ersten längeren Abfahrten zerlegte es Thomas K.. Eine schnelle Inspektion von Mensch und Maschine ergab, dass zwar bei beiden Blessuren zu beklagen waren, aber einer Weiterfahrt nicht im Wege standen. Durch Schin op Geul erreichten wir den bekannten Keutenberg, der mit anderer Streckenführung auch Teil des Amstel-Gold Race ist. Oben angekommen verließen wir die Valkenburg-Runde, um zur Gulpener zu wechseln. Achtung für Nachfahrer: Die Verbindung ist der einzige Streckenteil, der sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt befahren wird. Ansonsten ist der Track wie (fast) immer crossfree. Und noch ein Hinweis für Nachfahrer: Wir haben uns weitgehend an die Beschilderung gehalten. Nur an einigen Stellen sind wir davon abgewichen, kurze Zeit später aber wieder auf der ausgeschilderten Strecke ausgekommen. 

Weiter ging es dann mit der Gulpen-Runde, auf der es einige "Klopper-Anstiege" mit den bereits erwähnten 30% gibt. Entschädigt wurden wir dann immer wieder mit tollen Downhills auf Wiesentrails oder mit dicken Steinen durchsetzten Schotterabfahrten, denn ihr wisst ja, wo es raufgeht, geht es auch immer wieder runter. Schließlich erreichten wir wieder das Verbindsstück zur Valkenburger Runde und setzten diese fort. Ich hatte Markus "de Lang" gesagt, dass für ca. Kilometer 40 eine Rast geplant war. Wie der Name "de Lang" schont sagt, ist er nicht nur von großer Körpergröße und hat ein großes Mundwerk, sondern anscheinend ist sein Magen auch lang. Denn 15 Kilometer vor Erreichen der magischen 40-Kilometer-Marke, fing er schon an, runterzuzählen "noch 15 Kilometer zum Mittagessen", einige Zeit später "noch 10 Kilometer bis ich was zu essen bekomme", "Mensch, was freu ich mich, in 5 Kilometern was auf den Teller zu bekommen" bis zu "jetzt habe ich 40 Kilometer auf dem Tacho. ich will jetzt sofort was zu essen". Bei Kilometer 43 in Sibbe war es aber dann endlich so weit. Im bekannten Biker-Cafe an der Kirk ließen wir uns die vorzügliche Reisfla schmecken. Um euch mal den Mund etwas wässrig zu machen. Der Milchreis hat eine saftige, aber nicht zu flüssige Konsistenz. Das ganze auf einem dünnen Boden und selbst der Rand ist dünn und knusprig. So gute Reisfla habe ich bei uns in Deutschland noch nie gefunden. Lasst sie euch nicht entgehen, wenn ihr auch mal da unterwegs seid.

Dermaßen gestärkt fiel uns die Entscheidung dann leicht, in Valkenburg noch zur Meerssen-Runde abzubiegen. Die kannten wir, im Gegensatz zu den beiden anderen noch nicht.  Insgesamt ist die Meerssen-Runde eine schöne Mischung, weil man sich auf den Ortsdurchfahrten von den vielen Trails im Wald etwas erholen kann. Eine Stelle ist mir besonders in Erinnerung geblieben, weil die für mich selbst beim Hochschieben schon kaum zu schaffen war. Umso größere Anerkennung für Bernd, Alois und Thomas K., die diesen Anstiegen sogar im Fahren gemeistert haben. Schließlich erreichten wir wieder Valkenburg. Die Körner gingen nach ca. 80 Kilometern langsam zur Neige, die Konzentration ließ nach und so verloren wir Markus B, der einen Abzweig verpasste und geradeaus fuhr. Glücklicherweise fanden wir ihn einige Zeit später wieder. Nachdem wir uns am Bahnhof noch mit einer eiskalten Cola für die letzten Anstiege aus Valkenburg hinaus gedopt hatten, erreichten wir ein paar Kilometer weiter schließlich nach 85 Kilometern wieder unsere Autos.

Müde und mit Schmerzen in den doch ziemlich stark beanspruchten Muskeln und Sehnen, waren sich aber dennoch alle einig, einen tollen Bike-Tag erlebt zu haben. Ich bin davon überzeugt, Thomas K. und ich haben es geschafft, 4 weitere Biker mit dem Heuvelland-Virus zu infizieren.

Und zum Schluß noch etwas Trauriges: Leider heisst es heute für mich auch Abschied nehmen. Das war die letzte Tour mit meinem Drössiger. Ca. 13.000 Kilometer hat es mich treu begleitet. Bei einem Sturz habe ich mir aber eine dicke Beule im Unterrohr geholt. Das wurde mir auf Dauer zu gefährlich. Deshalb habe ich vor kurzem günstig einen neuen Rahmen gekauft, an dem ich alle alten Teile des Drössiger weiter verwenden kann. Es lebt also zumindest teilweise weiter. Ich freu mich drauf, zu erleben, wie der Cube-Rahmen sich in der Praxis verhält. Wenn er so gut fährt, wie er aussieht, werden wir dicke Freunde. 

Thomas K. war heute wieder der Kameramann. Er hat sage und schreibe 185 brauchbare Fotos der Tour geschossen. Ich habe die meiner Meinung nach schönsten ausgesucht und hier in den Artikel gestellt. Einfach mal draufklicken und sie werden vergrössert dargestellt. Alle Fotos gibt es hier.

Den GPS-Track habe ich hier zum Download hinterlegt.