052... aber glücklicherweise nicht auf Dauer. Er überlegt sich, ein Zimmer im Limburgischen Hügelland zu mieten, weil es ihm da so gut gefällt.  Am 18.9.2008  reichte es ihm wieder mal nicht, nur eine "einfache" Runde von 70 Kilometern wie "Normalsterbliche" zu fahren, sondern er musste natürlich noch die 50iger der Mergelheuvelland tweedagse dranhängen. Seine Mail an mich könnt ihr nachfolgend lesen:

Hallo Reinhard,

 
erstmal schönen Dank für das "zusammen nähen" der 70er und 50er Runde der mh2d CTF.  Der Track war fast überall leicht zu finden.  Einzige Ausnahme war ein Golfplatz aber dazu später mehr.
 
Es war ein früher Start mit Abfahrt in Brüggen um 6:40 Uhr (ja, das war vor Sonnenaufgang ;-).  Es war mit 6,5°C noch sau kalt.  Nach einem kleinen Verfahrer war ich dann kurz nach 8:00 in Gulpen und um 8:12 auf dem Bike.  Angesichts der Streckenlänge zum ersten mal mit Rucksack (2,3 kg).  Die Sonne war inzwischen aufgegangen aber es war immer noch sau kalt.  In Gulpen waren jede Menge Jugendliche auch mit dem Rad unterwegs.  Aber mit dem Hollandrad zur Schule.  Sonst habe ich um die Uhrzeit noch keinen weiteren Bekloppten gesichtet.  Geparkt habe ich am Schwimmbad in unmittelbarer Nähe des Tracks.  Die ersten paar km ging es direkt über den ersten Anstieg aus Gulpen raus.  Es ist faszinierend, wie schnell man in der Natur ist (Bild 1).  Danach folgten dann direkt einige Hohlwege mit schönen Steigungen und netten Abfahrten.  Nach 15 km war ich angesichts der Schönheit des Heuvelland, der tollen Streckenführung und des steigenden Endorphin Levels wie benommen :-)  Es war immer das gleiche Ritual.  An Stellen, die man alleine nie gefunden hätte zweigte ein kleiner, unscheinbarer Weg von der Strasse ab.  Alleine wäre man da nie reingefahren, weil es nach Privatbesitz aussah.  Der kleine Weg wurde dann immer schmaler und steiler und ging in einen Hohlweg über.  Ich habe nicht gezählt, wie viele Hohlwege ich an diesem Tag rauf und runter gefahren bin (siehe Bild 3).  Ich habe auch nicht gezählt, an wie vielen Obstwiesen und Apfelplantagen (Bild 4) ich vorbei gekommen bin.  Die jetzige Jahreszeit ist optimal für das Heuvelland.  Weitere Highlights neben den Hohlwegen waren Wiesentrails (siehe Bilder 5 + 13).  Und fast überall konnte man diese fantastische, leicht hügelige Landschaft genießen (Bilder 2 + 11).
Besonders erwähnenswert ist ist noch ein dicker Verfahrer in der Nähe des erwähnten Golfplatzes, eine sehr markante Stelle, die wahrscheinlich selbst unseren Sebastian zum Absteigen bewegen würde und eine kleine Kuriosität am Rande der Strecke.
 
Zunächst der Verfahrer:  Kurz hinter Schweiberg ging es einen schönen, gleichmäßigen Anstieg hoch.  Oben angekommen konnte man übrigens den Ausblick auf Bild 11 genießen.  Von dort ging es auf einen netten Single Trail in den Wald.  Dieser Trail endete aber am Abschlagspunkt des Golfplatzes.  Die Leute guckten schon ganz komisch als ich dort mit dem Bike aus dem Gehölz kam.  Die Route wäre nach meiner Einschätzung direkt über das Green gelaufen.  Also wieder zurück auf den Single Trail, der sich am Golfplatz entlang schlängelte und zwei weitere Male versucht wieder auf den Original Track zu kommen.  Jedes mal mit dem gleichen Resultat: Golfplatz.  Irgendwann fiel dann die Entscheidung umzudrehen, weil sich der Kurs zu sehr vom Track entfernte.  Also wieder den ganzen Weg zurück (diesmal runter) und anschließend einen parallel verlaufenden Anstieg wieder hoch.
 
Knapp 1,5 km hinter Teuven (nach einer längeren Strassenpassage bei der ich schon glaubte, Du hättest die MTB- mit der RR-Strecke beim zusammenstückeln verwechselt ;-) ging es in ein kleines Wäldchen.  Der steile in der Schräge liegende Anstieg sieht zunächst fahrbar aus.  Aber dann sieht man das ganze Übel (Bild 7).  Auf dem Bild blickst Du quasi auf die Strecke zurück.  Das Bild (wie immer bei solchen Stellen) spiegelt nicht annähernd die Situation wieder.  Der Trail liegt in einer starken Schräge die nach rechts unten in einem kleinen Bach endet.  Die Schräge ist bereits so stark, dass man fast wegrutscht.  Ca. 5m über dem Bach kommt dann dieser Wurzelabsatz und dahinter ist der Trail super schmal und ausgesetzt.  Aus meiner Sicht nicht fahrbar.  Wenn man die Wurzelpassage überlebt ohne über den Lenker zu gehen, rutscht man anschließend garantiert die Schräge runter in den Bach.  Ich habe mein Rad lieber geschultert und vorsichtig runter getragen.
Danach mündete der "Weg" dann wie so oft zuvor in einen Hohlweg (Steigung > 20% und verblockt) um an einem Waldrand noch etwas steiler und verwurzelt zu werden (siehe Bild 8).  Ich hätte den Kurs vielleicht doch in der Original Richtung im Uhrzeigersinn fahren sollen.  So hatte ich aber an den meisten Anstiegen (und Abfahrten) mehr Spass ;-)
 
Irgendwie sieht man auf jeder größeren Tour Dinge aus der Rubrik Kuriositäten.  Dazu zählte diesmal sicherlich ein Privathaus mit angebautem Wintergarten, in dem sein Besitzer seine Kaffeekannen Sammlung ausgestellt hat (siehe Bild 6).
 
Um kurz vor 17:00 war ich dann müde aber glücklich zurück in Gulpen.  Ich konnte mein Auto am Schwimmbad schon sehen, aber der Track hat mich ein letztes mal am Rande von Gulpen einen Anstieg hoch gejagt.  Das wurde mit einem schönen Ausblick über Gulpen belohnt (siehe Bild 10).  Und wie immer - wo es hoch geht, geht's auch wieder runter.  So konnte ich diese 5-Sterne Tour mit einer knackigen Abfahrt auf einem verblockten Hohlweg nach Gulpen runter beenden :-)
 
Und das nächste mal fahren wir die Runde zusammen im Uhrzeigersinn.
 
Gruß
Thomas