Lobo-Test-2012-12-30_16-03-25-0066Thorsten, Joe's Bekannter, der so wie wir auch leidenschaftlich Mountainbike fährt, zeigt sich sehr beeindruckt von unserer Webseite. Er brachte aber nicht nur ausschließlich Lob mit, sondern auch sofort mit einer Idee ein. Er schrieb:

Ich lese regelmäßig eure Seite und bin begeistert. Hab ihr evtl. schonmal daran gedacht eine Art Technik-Talk einzuführen wo ihr z.B eure Bike`s vorstellt oder Parts die euch besonders gut oder schlecht gefallen vorstellt. Ihr verfügt doch über jede Menge Experten-Wissen und ich glaube da steckt auch ne Menge Potential und wenn es dann noch so geschrieben ist wie bei euch üblich, ist es noch besonders lesenswert. Gruß Thorsten aus Wickede/Ruhr

Ich fand Thorsten's Idee auch so gut, dass ich mal den Anfang mache. Ich hoffe, dass mir einige Mitbiker folgen und somit alle etwas davon haben. Starten möchte ich mit meinem Bericht über meinen derzeitigen Bike-Rucksack. Ich habe im Laufe der Jahre einige Erfahrungen gesammelt und meine, mittlerweile ziemlich nah ein mein persönliches Optimum rangekommen zu sein. Ein Zeichen dafür ist, dass ich mich kürzlich mal nach einem neuen umgesehen habe, aber nichts wesentlich besseres gefunden habe. Deshalb habe ich mich entschlossen, meinen jetzigen noch mindestens eine weitere Saison zu fahren.

Jetzt aber zum Testbericht:

 

Lobo-Test-2012-12-30_16-07-00-0073 Lobo-Test-2012-12-30_16-04-14-0068 Ich trage einen Camelbak Lobo auf dem Rücken. Er hat eine 3-Liter Trinkblase (in der Praxis passen ca. 2 Liter rein) und inkl. Inhalt (ohne Füllung der Trinkblase) ein Gewicht von knapp 2 Kilo. Früher habe ich mich immer gegen eine Trinkblase gewehrt, weil ich das Raus- und Reinfummeln nicht mag. Mittlerweile habe ich eine Lösung für mich gefunden. Ich fülle die Blase immer nur mit Wasser und bemühe mich, die auch immer leerzutrinken. Damit können sich auch keine Schweinereien im Inneren absetzen. Eine Flasche nehme ich im Normalfall noch zusätzlich mit. Da ist dann ein Getränk "mit Geschmack" drin. Diese Lösung hat neben dem unterschiedlichen Geschmack noch den Vorteil, dass ich in der Flasche noch meinen Getränkevorrat sehen kann (ich weiß, da gibt es von Camelbak auch einen Rest-Inhalts-Anzeiger). So bin ich bisher nicht Gefahr gelaufen, trocken zu fahren. Das Mundstück des Camelbak ist über jeden Zweifel erhaben. Weil ich das Gebaumel des Schlauchs nicht so mag, habe ich über den Schlauch einen Überzieher gestreift. Damit kann ich den so drehen, wie ich es mag. Wie ihr sehen könnt, ist der Rucksack in intensivem Gebrauch ;-)
Lobo-Test-2012-12-30_16-06-10-0071 Lobo-Test-2012-12-30_16-05-31-0070 Als nächstes möchte ich euch zeigen, was ich außen am Rucksack angebracht habe. Am rechten Schultergurt habe ich eine Klingel. Warum aber eine Klingel am Rucksack? Einerseits finde ich Klingeln am Mountainbikelenker ziemlich uncool, andererseits wurde mir in der Vergangenheit häufiger von Fußgängern nachgerufen "Habt ihr keine Klingel?". Außerdem habe ich 2 Mountainbikes (an deren Lenkern ich, siehe oben, keine Klingel montieren möchte). Also bin ich auf die Suche nach einer Klingel gegangen, die einhändig zu bedienen ist. Gefunden habe ich sie u.a. bei bike-components.de. Am linken Schultergurt ist die Tasche für die Digicam befestigt. Auch damit habe ich einschlägige Erfahrungen. Zuerst hatte ich dort ein Täschchen mit Reißverschluß. Das war ziemlich unpraktisch, weil es nur im Ausnahmefall mit einer Hand zu öffnen war. Danach habe ich eines mit Klettverschluß montiert. Damit gingen aber meist Handschuh und Verschluß öfter mal eine nicht gewünschte Verbindung ein. Das Täschchen, das ich jetzt montiert habe ist eines von Olympus. Da sind am unteren Rand kleine Magneten eingearbeitet, die zuverlässig für das Schließen sorgen.
Lobo-Test-2012-12-30_16-09-46-0074 Lobo-Test-2012-12-30_16-10-36-0076 Und jetzt geht es an die Innereien. Man soll gar nicht glauben, wieviel in die beiden kleinen Taschen oben und unten reingeht. Ich habe mal alles ausgepackt und ausgebreitet und war selbst überrascht. Die obere Reihe ist der Inhalt der oberen Tasche, in der Mitte, das, was in der Netztasche in der Mitte aufbewahrt wird und die untere Reihe zeigt den Inhalt der, na was wohl, unteren Tasche.
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In der oberen Tasche bewahre ich von links oben gesehen folgendes auf. Flickset von Lezyne mit selbstklebenden Flicken (und das sind nach meiner Erfahrung auch wirklich die besten) und 2 Reifenhebern. Ein halbes Päckchen Papiertaschentücher. Die diversen Einsatzmöglichkeiten könnt ihr euch selbst ausmalen. Ein kleines verschließbares Plastiktütchen mit Geld. Ein Satz Sechskantschlüssel darf natürlich auch nicht fehlen.   In der unteren Reihe ein kleines (Not-)Schloß, falls ich das Bike mal für einen Augenblick aus den Augen lassen muß. Der Ersatzschlauch, wie ihr seht aus Latex. Und zum Schluß ein Erste-Hilfe-Set.

Lobo-Test-2012-12-30_16-25-48-0095   Im mittleren Fach (aus Netz) habe ich die Notration und die Luftpumpe untergebracht. Die Luftpumpe ist nicht das neueste Modell und auch nicht das leichteste oder leistungsfähigste, aber sie erfüllt ihren Zweck. Hier wäre also noch eine Optimierungsmöglichkeit. Das Fach ist übrigens so groß, dass ich dort auch noch die Windjacke unterbringen kann, wenn es mir mal zu warm wird.
Lobo-Test-2012-12-30_16-11-06-0078 Lobo-Test-2012-12-30_16-14-41-0079 Zum Schluß möchte ich euch dann noch den Inhalt des unteren Fachs zeigen. Von links oben: eine Windjacke, eine Regenjacke, 2 Döschen mit diversen Kleinigkeiten und Werkzeug, einen kleinen Seitenschneider, der auch als Zange eingesetzt werden kann, ein kleines Fläschchen mit Universalöl und ein Tütchen mit Isolierband und einem Zug.
Lobo-Test-2012-12-30_16-15-30-0082 Lobo-Test-2012-12-30_16-16-11-0084 Im Blechdöschen führe ich ein Schaltwerksröllchen, einen Bremsbelagstift, ein Werkzeug zum Lösen der Kurbelschraube, Kabelbinder und einen Kettengliedverbinder für 10fach-Ketten mit. Im durchsichtigen Döschen befindet sich ein Multitool mit einigen Bits (u.a. ein Torx-Bit) und einem Kettennieter inkl. Kettennietstiften.
Lobo-Test-2012-12-30_16-18-52-0087 Lobo-Test-2012-12-30_16-23-33-0092 Die gelbe Regenjacke hat mich schon häufiger vor dem Auskühlen bewahrt. Sie ist aus Plastik und NICHT atmungsaktiv. Der Schweiß staut sich also darunter. Das ist aber nicht so schlimm, denn sie ist absolut dicht und so bleibt der Schweiß wenigstens warm. Nachdem ich mal nach einer Regenfahrt mit eisigem Gegenwind 2 Stunden zu Hause mit 3 Decken zitternd auf der Couch gelegen habe, passiert mir das jetzt nicht mehr. Die Windjacke stammt von Vaude und ist ultraleicht und ultradünn.  Wer kennt das nicht, dass er zu dünn bekleidet losgefahren ist oder es unterwegs enorm abgekühlt hat. Genau für diese Fälle habe ich die Jacke im Rucksack.
     

 

Ich hoffe, mit diesem Testbericht dem einen oder anderen einen Tipp oder eine Anregung zu geben und alle Neugierigen, die sich bisher fragten, warum ich überhaupt mit Rucksack fahre und was ich da so mitschleppe, aufgeklärt zu haben. Markus, de Lang, weiß jetzt wenigstens mit Sicherheit, dass ich auf keinen Fall einen Kühlschrank mit mir rumschleppe ;-).