qdds 1Sebastian hat im September seinen 1. Triathlon absolviert. Lest seinen Bericht:

Wir haben Samstag morgen 8.00 Uhr und stehen an einem See in der Pfalz. Es sind kuschelige 13 Grad. Jemand ne Idee was wir machen? Klar, wir schwimmen jetzt 1,5 km, setzen uns danach aufs Rad und fahren 44km und damit wir abends besser schlafen können, laufen wir danach noch 10km.

Wir sind ingesamt nur 13 Leute, 7 wollen die o.g. Olympische Distanz, 6 die Kleine (750m/20km/5km). qdds 2Ich habe mir wegen meine Erkältung Anfang der Woche überlegt, beim Wendepunkt für die 750er, zu entscheiden ob ich - wie geplant - auf die große Distanz gehe. Also, los geht es: Wir laufen ins Wasser, puh, ganz schön kalt. Einige sind mit Neoprenanzügen ausgerüstet, ich nicht. Badehose, Badekappe und ne Brille, that’s it.
Nach ein paar Minuten hat man sich aber dran gewöhnt. Trotz mit Bojen abgestecker Strecke, ist die Orientierung in so einem See schwerer als im Freibad, folglich schwimme ich ein paar extra Meter in Form einer schönen Kurve. Macht nix, im Gesamten erreichen wir eh nicht ganz die 1500m, da der See es nicht hergibt. Es sollen so 1440 gewesen sein. Damit ist auch zu erkennen, dass ich bei 375m nicht umgedreht bin.

qdds 4Nach 27 Minuten krabbel ich aus dem Wasser und siehe da, es regent in Strömen. Toll, brauchste Dich eigentlich gar nicht abzutrocknen... Ich tu es trotzdem, will dem Körper nicht noch mehr zumuten und einen Weltrekord muss ich heute auch nicht brechen. Wechselzeit über 6 Minuten. Jacke, Mütze, Helm, auf geht’s Die ersten 20km sind hart, der Regen von oben, das Wasser der Straße von unten. Es dauert nicht lange da bin ich wieder nass. Ganz durch die 3 Lagen schafft es das Wasser aber nicht, daher wird mir sogar tatsächlich warm. Nach 20km lässt der Regen nach, glaube ich zumindest.
Jetzt macht es fast Spaß. Aufgrund der Lage des Wendepunktes sind es keine 40km, sondern 44km, was leider meine Gesamtzeit über mein gestecktes Ziel treibt. Dazu aber später. Nach ca 1,5 Stunden mit nem Schnitt von knapp unter 30km/h ist der Fahrradspaß dann vorbei.

So, jetzt "nur" noch Laufen. 10km. Zur Info, die ersten Laufschuhe meines Lebens habe ich vor genau 3 Monaten und 4 Tagen gekauft. Die nassen Socken vom radeln aus, trockene an, Laufschuhe, Doppelknoten, ab dafür. Ich habe keine Ahnung was mich auf der Strecke erwartet, nur das wir bei KM 5 umdrehen und die selbe Strecke zurück laufen. Nach den ersten Metern merke ich, uiuiui, das wird hart. Die Oberschenkel wollen nicht mehr laufen und zeigen mir das in Form von Schmerzen.
qdds 3Das kann ja heiter werden. Nach 500m dann die Überraschung, ein Anstieg wie es ihn am Niederrhein nicht gibt. Laufen ist für mich unmöglich, also gehe ich den Berg hoch. Aber auch das tut weh. Oben angekommen geht es wieder und fange wieder an zu laufen. bei KM 2 kommt mir der Führende entgegen. WAS? Alter Schwede! Ich jubel ihm ungläubig zu. Später stelle ich fest, dass anscheinend mein Gehirn nicht wirklich mehr zu gebrauchen war, denn ich rechne für mich kurz durch: Ich bin bei Km 2, 8 Km sind es bis 10, und er ist auf dem Rückweg, also ist er 16km vor mir. Ähm ja, diesen Irtum räumt dann mein Mitstreiter, den ich bei KM 4 einhole, aus der Welt. Aber auch 6km sind eine Welt. Mein "Konkurent" und ich ziehen uns dann gegenseitig über die restlichen Kilometer. Es ist hart. Ihm tut bergab alles weh, mir bergauf. Wir laufen auch tatsächlich gemeinsam, nebeneinander durchs Ziel.

Die Zeit: 3 Stunden, 3 Minuten. Wenn ich mir es schönrechnen will, kann ich für die 4 Mehrkilometer ca 8 Minuten abziehen, dann bleib ich unter meinem gesteckten Ziel von 3 Stunden.
Das ist mir in dem Moment aber völlig latte, denn ich bin einfach nur froh und stolz.
Der erste Triahlon meines Lebens! Und dann direkt die olympische Distanz. Die Vorbereitungszeit war ziemlich genau 3 Monate. Und ich konnte weder Laufen noch mehr als 50m am Stück Kraulen.

Am Abend habe wir unsere Leistungen dann ordentlich gefeiert. Sonntag gab es dann 2xKater. Kater im Kopf, Muskelkater in den Beinen.