Waimes-2012-05-17_13-18-07 Die "Cimes (= Gipfel) von Waimes" (in der Nähe von Malmedy) ist eine Veranstaltung in den belgischen Ardennen. Der Bericht stammt, wie schon im letzten Jahr, von Joe. Meine eigenen Erfahrungen haben ich in einen Kommentar zu Joe's Bericht geschrieben. Vielleicht tun die anderen es mir nach. Einen GPS-Track gibt es diesmal nicht, weil einige Teile der Strecke über Privatgelände führen und nur für dieses Rennen freigegeben wurden. Der Link zu den Bildern steht diesmal nicht am Ende sondern am  Anfang ;-). Irgendwo auf der Strecke hörte ich plötzlich vertraute Klänge auf deutsch. Meine Frage, woher sie denn kommen, wurde mit Moers beantwortet und meine Antwort, dass ich aus Heinsberg komme mit der Frage entgegnet, ob ich denn einer derjenigen wäre, die immer so lustig ihre Fahrten im Internet beschreiben. Ich wusste gar nicht, dass MTB-Heinsberg so weit über die Grenzen der Region bekannt ist. Sachen gibt's!
UPDATE: Werner hat seine Eindrücke auch noch so ausführlich geschildert, dass die Zeichenzahl im Kommentar nicht gereicht hat. Deshalb habe ich seinen Bericht am Ende angehängt.

Nachdem Wilfried und ich voriges Jahr an diesem Marathon teilgenommen hatten und begeistert waren, haben wir versucht noch einige Mitfahrer zu aktivieren um in diesem Jahr MTB-Heinsberg etwas größer zu vertreten.

Werner und Marco waren recht schnell dabei, Reinhard hatte noch ein wenig mit seinem inneren Schweinehund zu kämpfen bevor er dann auch zusagte.  Bei ihm waren es sicherlich nicht die Anforderungen bezogen auf Höhenmeter und Technik – der Kerl wird mit zunehmendem Alter immer besser -, sondern Veranstaltungen dieser Art im Allgemeinen.

Um 6:00 Uhr habe ich dann mein Bike in Wassenberg auf Wilfrieds Elch geladen und dann Reinhard gegen 6:20 Uhr in Dremmen aufgesammelt.  Auf der Hinfahrt haben wir dann aufgrund einer Sperrung der Autobahn schon einmal den Elch auf kleine Nebenstrassen  geschickt um schon mal ein Feeling für die Strecke zu bekommen.

Ankunft in Waimes war gegen 8:20 Uhr, hier war dann schon die Hölle los und wir mußten  einen kleinen Fußmarsch zur Startnummernausgabe in Kauf nehmen. Reinhard hat dann noch auf die 65 km Strecke umgemeldet, was auch reibungslos funktionierte. Hier ein Lob an die Veranstalter für ein wirklich perfekt organisiertes Rennen, mit netten Streckenposten, fabelhafter Ausschilderung und guter Verpflegung.

Waimes-2012-05-17_09-30-06Mit den Startnummern ging es dann auf dem Weg zurück zum Auto um unsere Räder startklar zu machen. Hier habe ich schon in Reinhards Gesicht erkennen können – ohne die Streckenverhältnisse zu kennen -,  das dies nicht „mehr“ sein Ding ist. Es ist wirklich eine große Veranstaltung, wie ich im Nachhinein gesehen habe mit über 2000 Startern, alleine auf der 85 km Strecke über 1200 Teilnehmer.

Ich war im zweiten Block eingeteilt und wie der Zufall es will steht  Werner und Marco am Start genau neben mir.  Drei  Sätze gewechselt dann ging es auch schon los. Die beiden waren bereits am ersten Anstieg schon nicht mehr zu sehen. Ich habe es etwas langsamer angehen lassen, denn ich wußte ja, was noch kommen würde. Und es kam so, wie es kommen mußte, technisch anspruchsvoll und aufgrund der Nässe, die man ja in den Ardennen immer hat, auch mit einigen Schiebepassagen.

Waimes-2012-05-17_11-42-57Ich möchte zur Strecke nicht zu viel schreiben um den Mitfahrern zu ermöglichen,  ihre eigene Erfahrungen zu berichten. Ich fand sie aufgrund der größeren Nässe schwieriger als im Vorjahr, obwohl es nahezu die identische Streckenführung war, dennoch sehr reizvoll und konditionell fordernd.

Reinhard und Wilfried gingen etwas später auf die Strecke, wobei Wilfried noch etwas vor Reinhard gestartet ist, wenn ich das richtig verstanden habe.  Reinhard hat dann irgendwo Wilfried überholt und sein eigenes Tempo gefahren. Nach einigen Flußdurchfahrten habe ich dann Wilfried auch noch auf der Strecke gesehen, aber dann beide erst wieder im Ziel wiedergetroffen. Sie haben beide ordentlich Gas gegeben, wie es Ihnen genau ergangen ist,sollen sie selbst berichten.Waimes-2012-05-17_12-01-40

Im Ziel warteten dann schon Wilfried und Reinhard im Auto und Werner nahm mich direkt nach Zieleinlauf in Empfang, natürlich schon fein hergerichtet und mit Nudeln im Bauch. Marco lief dann kurz hinter mir ein und war aufgrund seines neuen Untersatzes mit 160 mm Federweg mit der Strecke sehr zufrieden, wogegen Reinhard, Wilfried und Werner noch Verbesserungspotential bzgl. der Strecke sahen, naja sie haben das ein wenig drastischer ausgedrückt, Werner war zumindest etwas  sauer. Werner, sorry das ich dich überredet habe!

Nachdem Werner und Marco sofort abfahren mußten, sie hatten mit einer etwas schnelleren Ankunftszeit  gerechnet, haben wir drei Hübschen uns dann gemütlich auf den Rückweg gemacht Belgien zu verlassen ohne Pommes gegessen zu haben ist natürlich eine Todsünde die wir nicht begehen wollten. Nach dieser Einkehr ging es dann endgültig Richtung Heimat, zumindest bei einem mit einem Grinsen im Gesicht.

Waimes-2012-05-17_12-21-45Waimes  2013 wir kommen, mal schauen wer sich mit uns nächstes Jahr mal ein Bild von der Schönheit der Ardennen machen möchte.

wer sich vielleicht nächste Woche schon ein Bild von der Schönheit der Ardennen machen möchte kann dies tun, bei der Ardennen Trophy, Wilfried und ich sind dabei. Das Motto ist Programm:
 
les chic des yeux, le choc des mollets was soviel heißt wie: Der Genuß für das Auge, der Schock für die Waden.
 
 
Werner's Bericht:
Hallo Joe, auch Dir und allen, die die Tour ohne Verletzung überlebt haben herzlichen Glückwunsch. So ein Ding bin ich noch nie gefahren und habe auch ncoh nie so etwas gesehen. Da die Zeichen für den Kommentar zum Bericht nicht reichen hier mein kompletter Eindruck:
 
 
Mein Eindruck vom Extrembiken mit Joe
 
Ich bin mit Marco Joes Aufruf nach Waimes gefolgt. Es hat sich gelohnt (Natur pur und eine Erfahrung reicher). Sorry Joe, meine negative Kritik war nicht auf deine Empfehlung bezogen. Geärgert habe ich mich über meine falsche Bike- und Reifenwahl und die teils extreme Streckengestaltung. Ich habe nicht gewußt, was mich da erwartet (kann man sich auch nicht vorstellen, ohne es erlebt zu haben). Marathon in Waimes 84 km 1800 Hm, begleitet mit Musik. Hörte sich vorher alles easy an.
 
 
Da ich schon mal in Belgien gefahren bin, war mir bekannt, dass es etwas anspruchsvoller werden könnte. Aber es sollte viel extremer werden. Wir beide haben vorher gedacht, dass wir nach 4:30 h die Strecke bewältigt hätten, wobei ich schon Bedenken hatte. Die Ardennen lassen grüßen. Die ersten 10-15 km waren ja noch voll im grünen Bereich. Aber dann ging es auf die zahlreichen Wurzeltrails. Meine Bikewahl Hardtail war völlig daneben , mein Rücken hat sich am Ende mit Schmerzen begeistert gemeldet. Die falsche Reifenwahl, neue Rocket Ron, sollten sich ebenfalls nach kurzer Zeit rächen. Auf den ersten durchnässten Wurzeln stand das Rad schon quer, keine Reifenführung. Es galt das Bike über die Wurzel rollen lassen und nur nicht bremsen. Der Regen der letzten Tage hatte den Boden zusätzlich aufgeweicht, die vielen Wurzeln in den Ab- und Auffahrten waren mit den Reifen ein Höllenritt. Ein sicheres Fahren war so nicht möglich.
 
 
Die geplante Zeit hatte ich schon abgeschrieben, ab nun galt es nur noch ohne Sturz ins Ziel zu kommen. Plötzlich steht man vor einem mit Wurzeln verblockten und durchzogenen Abhang. Im Kopf wird gecheckt, wenn du hier runter willst, dann gibt es keinen Notausgang. Entweder das Rad rollen lassen oder schieben. Ich habe mich an einigen Stellen für die Sicherheitsvariante entschieden. Und das war schon per Schuhe eine unangenehme Geschichte, zumal hinter einem zahlreiche Fahrer folgten. Insgesamt dürften so gefühlte 1500 Teilnehmer am Start gewesen sein. Was Joe nicht erwähnte, dass man auch Schwimmflossen mitnehmen sollte. Neben den Wurzeln hatte man noch einige bis zur Radnabe tiefe Bachdurchfahrten eingebaut, Schuhe teils unter Wasser. Einige Wege standen auch unter Wasser. Bereits nach etwas mehr als der Hälfte schrie meine Kette:“ Gib mir Öl!“ . Aber nicht genug, es sollte noch eine lange Schlammdurchfahrt folgen. Kurz vor dem Ende der Durchfahrt ging dann nichts mehr,der Boden war schon zu sehr durchpflügt worden. Gummistiefel wären hier eine gute Wahl gewesen . Viele Trails verliefen über Grasboden. Der Boden war hier weich und schwer, so wie bergauf fahren. Das zog einem förmlich die Kraft aus den Beinen. Nach KM 50 noch ein Schmankerl, Ski-Lift-Auffahrt. Man hatte allerdings vergessen, den Lift einzuschalten Das letzte Viertel des Anstieges wurde es dann nochmal richtig steil. Hier durfte ich mal wieder vom Rad, da ich Muskelkrämpfe vermeiden wollte. Zum Glück gab es dann oben Getränke und leckeren Reiskuchen, denn eine Trinkflasche hatte sich an einer heftigen Wurzelabfahrt mal eben verabschiedet.
 
Ein Plus 4 Verpflegungsstellen mit einem reichhaltigen Angebot (habe aber nur einen Stop eingelegt), eine spitzenmäßige Orga und viele Streckenposten an den Überfahrten. Im Ziel gab es noch Nudeln mit einer schmackhaften Soße. Wir sind so gegen 09:20 h im zweiten Block gestartet, meine Ankunft war wohl so um 15:00 h, aber unverletzt überlebt. Die Pros waren nach gut 3:30 h am Ziel, irgendwie überirdisch und unvorstellbar. Für meinen Teil kann ich nur sagen, die Strecke würde ich nie im Leben fahrend komplett bewältigen können. Eine Herausforderung an Mensch und Material , vielleicht bin ja trotz aller demotivierenden Erlebnisse im nächsten Jahr wieder in Waimes am Start. Wer mal was erleben möchte, ist dabei. Am 10.06 folgte die entspannte Veranstaltung in Einruhr.