Vlodrop-2008-11-23 09-15-18 Unsere "jungen Wilden" Thomas K., Jochen und Werner hatten sich zum Gasgeben bei der CTF in Vlodrop verabredet. Wie es war haben sie mit per Mail mitgeteilt. Ehrlich gesagt, ich war froh, dass ich kein Hinterrad von allen Dreien halten musste. Da sie natürlich keine Zeit zum Fotografieren hatten, habe ich ihre Berichte noch mit ein paar Bildern aus einer der vorigen CTFs in Vlodrop aufgepeppt. Vielen Dank für die tollen Texte.

Thomas K.:
Als ich heute morgen um 7:00 aus dem Fenster geschaut habe, wollte ich eigentlich direkt wieder zurück ins Bett. Aber ich war ja mit meinem Folterknecht Jochen verabredet. Also um kurz vor 8:00 aufs Rad und erstmal eine Stunde gegen den heftigen Südwest-Wind mit Warmregen über den DeMeinweg kneten. An der Einschreibung war die Hölle los! Das hätte ich selbst den Holländern nicht zugetraut, dass bei so einem Sch...wetter so viele Leute den inneren Schweinehund überwinden. Und da war wieder alles vertreten. Alter von 10 - 70, vom Wochenendfahrer bis zum Amateur. Ich hatte mir auch schon eine nette 10er Gruppe zum Mitfahren ausgesucht aber Jochen wollte nicht ;-) Alle um die 20, lang, spindeldürr und entweder mit Carbon-HT oder Crosser unterwegs. Wir haben noch etwas auf Werner gewartet, aber der wurde durch seinen Mitstreiter bei der Abfahrt in Wassenberg aufgehalten, wie wir später erfahren haben.

Also um etwa 9:20 ohne Regen! auf die Piste. Erstmal mit Rückenwind über Asphalt zum ersten Wäldchen bei Herkenbosch. Da wurde uns schon klar, dass das heute nicht ganz ohne Matsch abgehen würde ;-) Am Besucherzentrum DeMeinweg ging es dann auf die bekannten, sandigen Trails entlang der Hochspannungsleitung. Auf dem Weg zur Melicker Heide mussten wir dann am Golfplatz Wartekarten ziehen. Der eine, usselige Anstieg war schon recht ausgefahren und man musste mit Anlauf oben über die (nassen) Wurzeln springen. Das schafften die wenigsten und da man nicht bypassen konnte gab es einen Stau. Der Stau kam Jochen und mir recht, denn so kamen wir wieder zusammen. Anschließend wurden dann die Highlights der Melicker Heide abgespult. Sand - Matsch - Sand - Matsch. Keine Höhenmeter aber es hat trotzdem Körner gekostet, zumal das Tempo der meisten Fahrer beachtlich war. Auch die Jungs, die eher nach Wochenendfahrer aussahen hatten ein hohes Tempo drauf.Vlodrop-2008-11-23 08-54-41
Von der Melicker Heide aus ging es in die 7 Hügel und hier konnten Jochen und ich wieder sehr gut punkten. Die meisten holländischen MTBler sind halt keine Anstiege gewohnt. Dazu kam natürlich unser Heimatvorteil. Wir wussten an jeder Biegung, was uns erwartet und konnten die Anstiege exakt einteilen (theoretisch, denn eigentlich lag der Puls ständig am Anschlag ;-)
Nach den 7 Hügeln kamen die Trails am Vennhof mit der ersten und einzigen Verpflegung in der Nähe des bekannten Sandkasten dran. Nachdem wir die ersten 6 Becher EPO runter hatten (bei mir + Powerbar Cola), kam ein verschwitzter Werner an der Verpflegung an. Wir wissen nicht wann er an der Einschreibung angekommen ist, aber er hat uns eingeholt. Chapeau Werner!!!
Wir hatten uns schon gefreut jetzt zu dritt die zweite Hälfte anzugehen, aber sein Mitstreiter war wahrscheinlich noch am DeMeinweg ;-) Also sind Jochen und ich weiter zu zweit gefahren. Die Höhenmeter lagen jetzt vermeintlich hinter uns und wir freuten uns auf eine zweite, flache Etappe. Aber die Tourenplaner haben dieses Jahr nichts anbrennen lassen. Erstmal mussten wir die lange Forstautobahn von der Bahnlinie "Eiserner Rhein" in Richtung Kloster hoch. Und da hatte meine Motivation ein Loch. Jochen hat die Chance genutzt und konnte einen guten Vorsprung rausfahren. Rund um das Kloster und bei Dahlheim haben die Tourenplaner keinen Hügel ausgelassen. Natürlich war der Klassiker am Kloster und ein paar weitere, knackige Anstiege mit dabei . Und da kam dann wieder meine Stunde :-) An einem der letzten Anstiege hatte ich Jochen wieder zurück geholt. Von da an sind wir dann leidend zusammen geblieben. Es kamen noch ein paar kleinere Anstiege an der Bahnlinie aber nach dem wir diese in Richtung Rothenbach gekreuzt hatten, blieb der Rest der Strecke flach. Auf dem Weg zum Effelder Waldsee haben wir dann gemütlich ausrollen lassen ;-)
Hallo Jochen, Du wolltest noch die Daten des heutigen Tages wissen. Nach GPS waren es 50,5km mit 470Hm und wir hatten exakt einen 21er Schnitt. Ich würde sagen, dass wir heute einen signifikanten Trainingsreiz gesetzt haben. Oder anders formuliert: "Ich war völlig im A..."
Von Vlodrop habe ich mich dann von dem kräftigen Südwestwind nach Hause blasen lassen. Dabei habe ich am Vennhof noch schnell ein herrliches Stück Kirsch-Reis-Torte gegessen :-) Vlodrop-2008-11-23 10-02-46 Unter Umgehung weiterer Anstiege habe ich dann die 7 Hügel rechts und die Achterbahn links liegen gelassen. Die Trails haben mich irgendwie nicht mehr gereizt. Bei Sonnenschein und Frühlingstemperaturen am Ende noch durch die Schwalmauen und ich war auch schon gegen 14:00 wieder zu Hause. Am Ende waren es 99,7km aber ich hatte keine Körner mehr die 100 voll zu machen.
Gruß
Thomas
Jochen (zum Ersten):
War heute mit ThomasK in Vlodrop. Die Anreise auf Achse bei strömendem Regen hab ich mir gespart und Thomas das überlassen. Um 9 Uhr war da schon echt die Hölle los. Regen hatte aufgehört, Werner kam nicht, also los. Schon beim Einrollen war mir klar, daß ich Thomas wohl ziehen lassen muss. Irgendwann war er weg und ich dachte nicht, ihn noch mal wieder zusehen. Nachdem mich dann noch 5 Leute überholt haben und die Beine besser wurden hab ich mir gedacht jetzt ist Schluß mit langsam. Bis zur Verpflegung hatte ich Thomas wieder ein. Dann kam auch Werner dazu, der musste echt Gas gegeben haben. Die Pause mit Kuchen ist mir wohl besser bekommen als Thomas, denn an einem der nächsten Hügel schwächelte Thomas ein bißchen und ich hab alle Körner rausgehauen und weg.
Die Insider ahnen, wie es geeendet ist. Nach 20 min Vollgas durch Skt. Ludwig hatte Thomas mich wieder und dann hat er Gas gegeben. Nach 50km und 2h24min hatte das Leiden bei Sonne und Wind und 13 Grad ein gutes Ende und ich glaube auch Thomas hat ein bißchen gelitten, was ihn natürlich nicht davon abgehalten hat, auf dem Weg nach Hause noch ein paar Trails einzuplanen.
Mir tun jedenfalls jezt noch die Beine weh aber es war eine super Runde. Schade, daß nicht mehr dabei waren.
Jochen (zum Zweiten):
Hi Thomas !
Vlodrop-2008-11-23 10-07-56 Danke für den schönen Bericht. Das Ende (s.o.) musst du allerdings mit jemand anderem gefahren sein. Ich bin Kette rechts, auf der letzten Rille hinter einem hergehechelt und habe bis zuletzt drauf gehofft, irgendwo ein bißchen Windschatten zu ergattern. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt....

Wer den GPS-Track dazu sucht, findet ihn hier.