Jalhay2008-06-15 13-17-13The same procedure ... wie letztes Jahr, nur anders herum, sind wir heute in Jalhay, Belgien gefahren. Im vorigen Jahr hatten wir ja dort ein Déjà-Vu . Diesmal war die Gruppe etwas kleiner. Thomas K., Christian und ich hatten uns verabredet. In einer guten Stunde waren wir mit dem Auto da. Diesmal wollte ich dort mal mein neues All-Mountain probieren. Zudem wollte ich wissen, ob ich die 2 Kilo Mehrgewicht zu meinem Droessiger merken würde.

Als wir ankamen, fanden wir schon alles gut organisiert  vor. Der Weg zum Parkplatz wurde uns durch freundliche Helfer in Warnwesten gewiesen, eine große Wiese war gemäht und es gab Platz genug. Jalhay2008-06-15 08-35-52Die Wiese war um 8:30 schon ganz gut genutzt. Schnell noch die restlichen Klamotten angezogen, zur Einschreibung, dort 4 Euro gelöhnt und ab ging's. Wir merkten schnell, dass auch die Route selbst bestens durch an die Bäume getackerte Wegweiser und zusätzlich noch durch auf den Boden aufgebrachte Kalkpfeile gekennzeichnet war.

Thomas K. hatte sich wohl vorgenommen, Belgier zu jagen. Er wurde letztmals bei Kilometer 1 (i.W. eins) gesehen. Danach war er weg. Also erkundeten Christian und ich alleine die tollen Trails. Immer wieder wechselten sich Rollpassagen auf Asfalt oder Schotter ab mit vielen, vielen Singletrails und dazwischen hatten die Jalhayer immer wieder schlammige und schwierig zu befahrende Wiesentrails eingebaut, die einem die Körner aus den Beinen saugten. Dazwischen gab es dann immer mal eine Bachdurchfahrt, damit der Schlamm schon mal von den Rädern gewaschen wurde.

Und das Ganze diesmal gegen den Uhrzeigersinn. Leider wurde dadurch der tolle Downhill vom "Längsten Downhill von Belgien" zum Uphill. Das wurde aber wettgemacht durch andere, teils sehr flowige Downhill-Passagen. Die machten natürlich am meisten Spass mit meinen 140mm am All-Mountain. Ich erinnere mich an einen steindurchsetzten Uphill entlang eines Baches im vorigen Jahr, der sich endlos hinzuziehen schien. Genau der hat mir diesmal als Downhill den meisten Spass gemacht. Da konnte man wirlich sagen "Feel the flow!"

Auch für das leibliche Wohl hatten die Belgier mal wieder bestens gesorgt. Eine reiche Auswahl an Plätzchen, Apfelsinenstücke und Sportgetränke war an den 3 "Bevorradingen" aufgebaut. Christian, der zum ersten Mal eine Randonee mitfuhr, wollte kaum glauben, dass das Gesamtpaket inkl. Bikdedusche am Ziel nur 4 Euro kostete.

Jalhay2008-06-15 13-16-28Apropos Ziel! Am Ziel hörte ich plötzlich neben mir deutsche Worte. Ich erfuhr, dass die Jungs aus Düsseldorf angereist waren und meine Homepage als häufige Infoquellen nutzen. Ich bekam noch Lob für meine interessante und informative Seite, über das ich mich natürlich so fern der Heimat sehr freute.  Allein deswegen hatte sich die Anreise heute schon gelohnt ;-)

Fazit: Es war zwar für den Mittag beginnender Regen vorhergesagt, aber wir sind komplett trocken (von oben) bei viel Sonnenschein geblieben. Jalhay2008-06-15 13-16-51Wir hatten die 60iger Runde gewählt. Ich hatte den Eindruck, dass die meisten Biker sich dann doch für die 45iger entschieden haben, denn zum Schluß wurde es doch ziemlich ruhig auf den Trails und wir sind einige Zeit alleine unterwegs gewesen. Christian, das Leichtgewicht, hat immer schön oben am Berg auf mich gewartet. Danke dafür! Die 2 Kilo Mehrgewicht beim Canyon habe ich beim Uphill gemerkt. Ich musste es einfach ein bißchen ruhiger tun. Dafür wurde ich beim Downhill aber dann in entsprechendem Maß entschädigt. Nächstes Jahr ist wieder Jalhay angesagt und ich hoffe, dass unsere Truppe dann größer als die der Düsseldorfer ist.

Den Track könnt ihr hier downloaden

Und auch Thomas K. ist heil durchgekommen. Er berichtet:

Hallo Reinhard,

sind wir dieses Jahr andersrum gehetzt worden?  Die Anstiege waren dadurch länger.  Im Vergleich mit der Vorjahrsstrecke sind wir fast 400 Hm am Stück hochgefahren.  Letztes Jahr hat sich das über fast die erste Hälfte der Strecke verteilt.  War jedenfalls wieder ein toller Parcours, wie der Begier neben mir hinterher am Parkplatz meinte.  Sorry, dass ich mich von den Belgiern wieder zum Rennen habe verleiten lassen aber es passte einfach alles.  Vor allem das Wetter war perfekt, nicht zu warm nicht zu kalt.  Ich habe aber ein paarmal an Euch denken müssen und dass Ihr wahrscheinlich die langen Trikots verflucht habt.  In der Sonne war es fast schon zu warm.

Am Anfang hatte ich in dem Wiesentrail einen Belgier mit seiner kleinen Tochter vor mir.  Das arme Mädchen war mit dem Trail völlig überfordert und hat ihr Rad eher als Laufrad benutzt.  Ich vermute, dass Ihr in der Schlange dahinter auch noch gefahren seit.  Überholen war nicht, da der Trail links und rechts von Stacheldraht eingezäunt war.  Als die Wiese endlich zu Ende war sind die beiden dann weiter im Haupttrail gefahren.  Damit haben die sich keine Freunde gemacht.  Es wäre eine nette Geste gewesen mal kurz rechts ran zu fahren und den Korso vorbei zu lassen (musste ich bei einer der verblockten Abfahrten auch um zwei belgische "Spazierstöcke" vorbei zu lassen oder bei den Super-Wurzel-Passagen).  Am Anfang bin ich mit einem Belgier ungefähr gleich auf gefahren.  An einer der Abfahrten war er dann aber weg und auch an den Steigungen nicht mehr zu holen.  Bis zur ersten Pause konnte/musste man relativ viele Hobbyfahrer überholen.  Und dann kam dieser wunderschöne nicht enden wollende Anstieg voll mit Hobbyfahrern :-)   Ich dachte schon, dass wir es endlich mal den Belgiern gezeigt haben ;-)   Denkste - kurz vor dem Ende des Anstiegs hat mich ein Mitte-50er locker überholt :-(   Und dann kam die Abfahrt, in der die "Spazierstöcke" an mir vorbei gerast sind.  Die beiden hatten dünne Beinchen wie Spazierstöcke.  Die anschließenden Anstiege sind beide nur in großen Gängen gefahren und waren nicht zu halten.  Sie hatten aber noch einen etwas kräftigeren (ich meine nicht dick!) Fahrer im Schlepptau.  Den konnte ich in den Anstiegen kontrollieren.  Oben haben die beiden dann immer gelangweilt gewartet.  Mit den 3 bin ich dann bis zur zweiten Pause gefahren.  Was ich bei den "Spazierstöcken" nicht verstehe:  Der Kräftigere hatte wirklich muskulöse, durchtrainierte Beine und kein Übergewicht.  Er ist die Anstiege langsamer und mit kleinen Gängen hochgefahren.  Die "Spazierstöcke" waren schneller und nur mit großen Gängen im Wiegeschritt unterwegs und wirkten in keiner Weise angestrengt - eine andere Liga.  Auf den letzten 20km hinter der Verzweigung 45/60 wurde es dann (wie immer) einsamer und ruhiger.  Hinter der dritten Verpflegung (hier waren außer mir noch drei weitere Fahrer) haben die Veranstalter dann nochmal ein bisschen aufgedreht.  Nette Anstiege, Schlamm und schnelle Abfahrten :-)   Kurz vor dem Ziel kamen von hinten noch zwei andere "Spazierstöcke".  Die waren ungefähr gleich schnell (bzw. inzwischen eher langsam, mein Akku war fast leer) unterwegs.  An der letzten Steigung auf Asphalt war es den beiden aber anscheinend zu blöd mit dem Deutschen zu fahren.  Die haben mal kurz 3 Gänge hoch geschaltet und sind im Wiegeschritt auf und davon.  Nach den 60km war ich froh im Ziel zu sein.  Ich bin dann direkt nach Hause gefahren, weil ich heute morgen natürlich keine Sonnencreme drauf getan habe.  Konnte ja keiner mit Sonne heute rechnen.

Jalhay zählt auf jeden Fall zu den absoluten Highlights in "unserer Region".  Schöne lange Anstiege, schnelle - teilweise verblockte Abfahrten.  Super matschige Wiesenpassagen (ich habe einen Fahrer in einem der Schlammlöcher über den Lenker fliegen gesehen).  Extrem verwurzelte Waldabschnitte und die heiß geliebten Bachdurchfahrten.  An ein paar Stellen musste ich absteigen und das Rad schieben bzw. tragen.  z.B. auch an der letzten Bachdurchfahrt in die man von oben recht steil runterkam und dahinter direkt sehr steil hätte hochfahren müssen.  Kurz dahinter war auch eine kniffelige steile Abfahrt über Schieferstein.  An beiden Stellen habe ich mir gedacht, dass ich auf einen Sturz kurz vorm Ziel verzichten kann.
Inzwischen habe ich geduscht, gegessen und das Rad notdürftig geputzt.  Gründlich putzen wäre zwar nötig gewesen, ging aber wegen des einsetzenden Regens nicht.  Ach so, fast vergessen.  Laut Garmin waren es 59,5km mit 1.210Hm.  Reine Fahrzeit hatte ich 3:32.  Um 12:30 war ich ziemlich kaputt am Auto.  Mein Bedarf an Radfahren ist für heute gedeckt ;-)

Wie es Euch ergangen ist, kann ich wahrscheinlich in Kürze auf Deiner Website nachlesen.  Ich hoffe Du hast auch schön Bilder geschossen.  Von der Landschaft habe ich nämlich nicht viel mitbekommen ;-)

Schönen Wochenstart
Thomas