"Enduro" ist ein Thema, das in letzten Monaten zunehmend an Bedeutung in der Mountainbike-Szene gewonnen hat.  Was versteht man denn eigentlich unter "Enduro". Beim Enduro werden verschiedene sogenannte "Stages" definiert. Eine Stage ist ein Downhill-Abschnitt mit natürlichen oder künstlichen Hindernissen. Auf diesen Stages findet eine Zeitnahme statt. Nach jeder Stage führen Verbindungsetappen zur nächsten Stage. Diese Verbindungsetappen sind innerhalb einer bestimmten großzügig bemessenen Zeit zu absolvieren, also eher gemütlich. So weit zur Erklärung, was überhaupt "Enduro" bedeutet. 

Ich habe vor, euch in nächster Zeit verschiedene Enduros in unserer Region zu präsentieren. Der erste wird der "MiniEnduro Wassenberg" sein. Die Stages 1-3 sind schon probegefahren. Bilder dazu gibt es auf der Facebook-Seite von MTB-Heinsberg (die sich übrigens auch Nicht-Facebooker ansehen können).

Für Enduros benötigen wir natürlich zuerst mal mindestens Hügel, denn "Downhill" heisst ja wortwörtlich übersetzt, "Hügel runter". Bei der Planung habe ich mich zunächst gefragt, ob wir in unserer Region denn überhaupt Erhebungen haben, die man rauf und runter fahren kann. Ja durchaus, aber sie sind meist nicht allzu hoch. Deswegen sind unsere Downhills entweder ganz kurz und steil oder etwas länger und weniger steil. Die längste Downhillpassage in unserer Gegend ist max. 1 Kilometer lang und da der große Höhenunterschied fehlt, damit auch nicht so sehr spannend mit einer durchschnittlichen Neigung von 2-3%. Also habe ich das Konzept  ein wenig abgewandelt und um verschiedene höher gelegene Punkte in unserer Region "Stages" konzipiert. Das sind Rundkurse um diese Erhöhungen, die immer wieder bergauf zu diesem höchsten Punkt (oder Punkten) auf möglichst angenehme Art führen, um dann auf verschiedenen möglichst interessanten "Downhills" wieder runterzufahren. Mehrere dieser "Stages" zusammengefasst  ergeben dann "MiniEnduros".  Den ersten MiniEnduro, den ich präsentieren möchte ist der "MiniEnduro Wassenberg".

Ich habe mal ein paar Schaubilder erstellt, um euch meine Überlegungen bei der Konzeption näher zu bringen.

Hier sind zunächst einmal schematisch 3 Stages dargestellt. Sie jeweils crossfree (also ohne Kreuzungen und doppelt gefahrene Streckenteile) zu bekommen war alles andere als einfach. Zumal ja noch die Anforderung hinzukam, die Anstiege möglichst einfach und die Downhills möglichst anspruchsvoll zu gestalten. Bisher ist mir das aber bei jeder Stage gelungen. Damit könnt ihr die Tracks problemlos mit GPS nachfahren. In diesem Zusammenhang habe ich übrigens unter anderem auch mal eine "Route" probiert. Ich weiß aber mittlerweile, dass es keine anderen Möglichkeiten als einen "Track" gibt, um die nachzufahren.

Diese MiniEnduros können in 2 verschiedenen Varianten gefahren werden.

Variante 1: Jede Stage wird einzeln gefahren. Dabei können die Stages und deren Reihenfolge frei zusammengestellt werden. Bei dieser Variante müsst ich euch selber um die Verbindungen kümmern. Dabei könnte es passieren, dass  ihr auch schon mal Streckenteile, die bereits gefahren wurden, nochmals befahrt. Durch ihre Kürze sind einzelne Stages auch mal für eine Feierabendrunde geeignet.

Variante 2: Wer sich nicht selbst um die Zusammenstellung kümmern möchte, für den habe ich die Verbindungen schon vordefiniert. Bei dieser Variante braucht ihr immer nur 2 Tracks, nämlich "Süd nach Nord" und "Nord nach Süd" (oder anderes ausgedrückt den Hin- und den Rückweg, die einzelnen Stages braucht ihr bei dieser Variante nicht). Außer den (kurzen) Verbindungsstücken ( für Hin- und Rückweg gleich), werden  bei Variante 2 keine Streckenteile doppelt befahren. Nach einigen Rückmeldungen und eigenen Nachfahr-Erfahrungen lasst ihr diese 2 Tracks ("Süd nach Nord" und "Nord nach Süd") am besten nacheinander auf eurem Navi (GPS-Gerät/Smartphone) anzeigen. Will heissen, zuerst einen bis zum Ausstiegspunkt/Ende fahren und dann den ersten nicht mehr anzeigen lassen, dafür dann den zweiten. Wo ihr dann letztendlich ein- und aussteigt, könnt ihr unterwegs noch entscheiden.

Hierdurch könntet ihr problemlos auch nur Teilmengen des MiniEnduro fahren. Ein Beispiel findet ihr in der Beschreibung des nächsten Schaubildes:

Beispiel 1: Ihr startet bei "Start 1way rot", fahrt bis zum "Ende 1way rot" und hängt dann noch den Rest der Stage 3 des "1way blau" an und steigt an der Verbindung zwischen Stage 3 und Stage 2 aus.

Beispiel 2: Ihr startet an der Verbindung zwischen Stage 1 und Stage 2, fahrt bis "Ende 1way rot", hängt noch "1way blau" bis zur Verbindung Stage 2 zu Stage 1 dran. Damit habt ihr Stage 2 + Stage 3 komplett gefahren.

Ich habe in den Schaubildern der Übersichtlichkeit wegen nur 3 Stages aufgeführt. Es wird aber MiniEnduros mit mehr als 3 Stages geben. So hat der MiniEnduro Wassenberg zum Beispiel 5 oder 6 Stages und dadurch natürlich wesentlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten zum Nachfahren.

Zum Schluß möchte ich noch zwei Dinge loswerden obwohl sie eigentlich selbstverständlich sind.

  1. Ein Downhill macht nur runter Spaß. Deswegen immer zuerst mal nachsehen, ob der Stage mit oder gegen den Uhrzeigersinn führt.
  2. Auf den Tracks wäre Zeitnahme ja grundsätzlich machbar, aber auch irgendwie ziemlich blöd, weil die Strecken ja nicht abgesperrt sind und auch z.B. von Wanderern oder Spaziergängern genutzt werden. Deswegen bitte ich euch, die Tracks nicht (wie beim Original-Enduro) auf Zeit zu fahren. In diesem Zusammenhang möchte ich auch nochmal auf die DIMB-Trailrules verweisen.

Viel Spaß!