HK-DH-20110623_11-06-27Für heute, 23.06.2011, Fronleichnam, hatte ich zur Heimatkunde Nr. 8, diesmal kurz und prägnant "Downhill" genannt, eingeladen. Der 1. Blick morgens aus dem Fenster zeigte mir, dass zumindest in der Nacht kein weiterer Regen gefallen war. Gestern nachmittag hatte es nämlich in unserer Region aus Eimern geschüttet. Mit einem etwas mulmigen Gefühl fuhr ich zum Treffpunkt, der Dalheimer Mühle. Ich wusste nämlich diesmal nicht, im Gegensatz zu den vorigen Heimatkunden, zu denen die Mitbiker sich anmelden mussten, wie viele Teilnehmer mich dort erwarteten. In einem Anflug von Leichtsinn hatte ich an alle Abonnenten des (inzwischen nicht mehr veröffentlichten) Newsletters eine Benachrichtigung verschickt und das waren immerhin ca. 250.

Eine halbe Stunde vor dem angekündigten Start um 9.00 rollte ich auf den Parkplatz der Dalheimer Mühle. Ein bekanntes Gesicht erwartete mich. Jürgen aus Kempen hatte die etwas weitere Anreise nicht gescheut. Aber sonst war noch niemand zu sehen. Nach und nach trudelten dann mehr und mehr Biker ein. Auch 2 junge Nachwuchsbiker hatten den Weg gefunden. Von Christoph wusste ich, dass er sein Bike erst vor kurzem bekommen hatte und auch Tobias fuhr noch nicht so lange. Mutter war auch mitgekommen, um sich mal anzusehen, welchen Rabauken sie ihre jungen Biker anvertraute. Anscheinend zeigte zumindest der äußere Anschein, dass sie sich keine Sorgen machen brauchte, denn sie fuhr beruhigt wieder nach Hause.

HK-DH-20110623_09-26-52Zum obligatorischen Gruppenfoto fanden sich dann letztlich etwas mehr als 20 Biker ein. Das war eine Gruppe, die ich so gerade noch alleine führen konnte. Manuel hatte ich die Kameraführung anvertraut und Matthias erklärte sich bereit, dHK-DH-20110623_09-30-57_1en Besenbiker am Ende der Gruppe zu übernehmen, damit auch ja niemand verloren ging. Danke an die beiden. Ja, und dann ging es endlich los. Wie der Name "Downhill" schon sagt, hatten wir uns vorgenommen, möglichst alles zwischen Dalheimer Mühle und Ratheim mitzunehmen, was bergab Spaß macht. Wie unterschiedlich dieser Spaß aussah, konnte ich bereits direkt nach dem Start sehen. Sebastian wählte natürlich seinen nach ihm benannten "Monte Lübke", einige weitere Biker versuchten sich an der "Mutprobe" genannten Abfahrt und die anderen wählten die eher leichter zu fahrende, nur einige wenige Meter lange Sandabfahrt. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, gehört zum "Downhill" auch ein "Uphill", denn wer runterfahren möchte, muß auch mal hoch. Und da gab es 2 kurze Passagen, die von allen nicht im Sattel zu meistern waren. Es sollten aber die einzigen sein. Das Klettern machten aber die folgenden Abfahrten wieder wett. Auch hier wählte Sebastian wieder als einziger den Downhill für Männer. Alle anderen entschieden sich für den Chickenway, versammelten sich unten und spendeten Sebastian Applaus für seine Fahrkünste.  Der folgende Super-Trail am Rothenbach vorbei führte uns schließlich wieder an der Dalheimer Mühle vorbei. Auf der von der Dalheimer Mühle weg führenden Asphaltstraße schlug dann der Defektteufel zum ersten Mal zu. Einem der Biker riß die Kette. Manuel erwies sich (wieder mal) als Multitalent und reparierte den Defekt.

HK-DH-20110623_10-00-47HK-DH-20110623_10-20-18_1Der nächste bemerkenswerte Downhill war der zum Campingplatz Rosenthal runter, dem dann kurze Zeit später die Umrundung des Wurzelhügels in Birgelen folgte. Dort lauerte der Defektteufel schon wieder und schlug Stefan das Schaltwerk in die Speichen. Da Schaltwerk und Speichen das nicht überlebten, blieb Stefan leider nichts anderes übrig, als sein Bike zum Singlespeeder umzubauen und zu seinem Auto zurückzurollen. Beim Reparaturversuch musste die ganze Gruppe warten und vertrieb sich die Zeit damit, die den Anstieg hoch rollenden Rennradfahrer anzufeuern. Da sie alle eine Startnummer trugen, lag der Gedanke nahe, einen mal zu fragen, welche RTF denn heute lief. Der Rennradler, den wir fragten, hatte aber anscheinend die Höhenmeter schon einiges an Körnern gekostet, denn er presste sich nur ein mühsames "Erkelenz" durch die Zähne. Aha, wussten wir das also auch schon.


Dass die RTF-Strecke teilweise mit unserem geplanten Track übereinstimmte, merkten wir kurze Zeit später an einem Schild "Kontrolle 300 Meter" und tatsächlich gab es einen Verpflegungspunkt. Bevor wir wieder die gemeinsam genutzte Strecke verließen, ließ ich zuerst mal wieder sammeln. Da klopfte mir jemand auf die Schulter und begrüßte mich. Es war Karl-Heinz, einer der Erkelenzer Organisatoren. Er lud uns zu einer Stärkung ein. Da konnten wir natürlich nicht nein sagen. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an die Erkelenzer.

HK-DH-20110623_11-06-27HK-DH-20110623_11-19-14_3Nachdem wir den folgenden Downhill zum Entenpfuhl runtergeflogen waren, quälten wir uns anschließend wieder den steilen Anstieg hoch, um Sebastians Fahrkünste an den dort  vorhandenen Sprungschanzen zu bewundern. Unsere jungen Bike-Freunde kannten ab hier wieder den Weg nach nach Hause und leißen uns allein. Ich hoffe, euch hat es gefallen und ihr konntet euch von Sebastian etwas abgucken. Wilfried wurde leider etwas übermütig und wollte es Sebastian gleich tun. Er tat dabei einen spektakulär aussehenden Sturz und landete auf der Schulter. Für ihn ging es leider auch nicht mehr weiter. Wilfried, ich hoffe, du bist gut zu Hause angekommen und dir ist nichts Schlimmeres passiert. Gute Besserung!

Wir anderen ließen uns in der Folge nicht davon abhalten, wieder mal zu klettern, um die Wurzeln runter zum Birgelener Pützchen zu ignorieren und darüber hinwegzufliegen und auch unseren Tiefflug auf einem weiteren schönen Trail fortzusetzen. Jetzt hieß es natürlich wieder berghoch und der war zum Ende hin Richtung Friedhof Wassenberg ziemlich steil und kostete einige Körner. Oben angekommen, mussten sich wiederum 2 Mitbiker verabschieden, denen leider die Zeit ausging, die wir dank Defekt- und Unfallteufel verbraucht hatten. An Alt-Holland vorbei ging es in den Wald hinter dem Restaurant "Tante Lucie". Dort gibt es Downhills, Sprungschanzen und in der Nähe der Wingertsmühle auch einen ziemlich kniffligen Stufentrail. An Restaurant vorbei gewannen wir dann wieder an Höhe. Oben angekommen fuhren Manuel und ich vor, um den Querweg runter zum Moorgebiet in Wassenberg Unterstadt zu sichern und natürlich auch das eine oder andere Foto zu schießen. Die anderen konnten so die schöne Höhenmetervernichtung in voller Fahrt genießen.

HK-DH-20110623_12-42-27HK-DH-20110623_12-42-42Bei einer Heimatkunde Downhill durfte natürlich auch die Halde in Ratheim nicht fehlen. Aber zunächst konnten wir uns auf der Verbindungsstrecke  zwischen Wassenberg und Ratheim etwas erholen, bevor wir zum höchsten Punkt der Halde hochkletterten. Bei unseren Vorbereitungs-Erkundungstouren hatten wir eine tolle neue Abfahrt entdeckt. Die RINNE!!! Einige trauten sich, andere rollten den Weg bis zum Ende der Rinne, an der sich die Gruppe dann nach und nach wieder sammelte.  Diejenigen, die die Rinne gefahren sind, hatten übrigens ein ziemlich breites Grinsen im Gesicht. Die Rückfahrt führte uns zunächst durch Altmyhl, bevor es links ab, natürlich wieder bergauf ging. Anschließend, wie sollte es anders sein, runter, rauf, runter, rauf und wir waren in Wassenberg Oberstadt gelandet. Dort schlug der Defektteufel an diesem Tag zum letzten Mal zu und zwar sogar 2 mal. Jürgen kämpfte schon seit einiger Zeit mit Luftverlust am Hinterrad und hatte schon mehrmals nachgepumpt. Jetzt ging es aber nicht mehr und er wechselte den Schlauch. Leider hielt der, obwohl nagelneu, die in ihn reingepumpte Luft nicht. Also wieder Schlauchwechsel und das kostete natürlich Zeit. Zeit, die Joe und Manni jetzt nicht mehr hatten. Sie machten sich auf den Weg nach Hause. Ihr hört schon, so ähnlich wie 11 kleine Negerlein.

HK-DH-20110623_13-45-34HK-DH-20110623_14-10-20Joe und Manni verpassten anschließend natürlich den genialen Schaagbachtrail. Dann ging es wieder, wie sollte es anders sein, einen Anstieg hoch. Jetzt konnte man aber schon das Ende näher kommen sehen. In Dalheim am Friedhof angekommen, verkündete Manuel, dass er seine Simone heute nicht allein Geburtstag feiern lassen wollte und sein Bruder Matthias und Roman begleitete ihn. Übrigens, herzlichen Glückwunsch und alles Gute Simone. Der verbliebene Rest der Truppe wollte sich die letzten beiden Downhills rund um St. Ludwig nicht entgehen lassen. Naja, stimmt nicht ganz. Sebastian und Thomas K. hatten genug vom Uphill und machten sich kurz vor Sechseichen auf den Heimweg. Zu ihrer Ehrenrettung sei erwähnt, dass sie aber auch mit dem Bike 15 km angereist waren. Da waren es nur noch sieben und die sind tatsächlich heil und unversehrt an der Dalheimer Mühle angekommen. Mittlerweile war es ca. 14.30 Uhr. Da kam uns das Verpflegungsangebot der Gaststätte doch genau richtig. Wir ließen uns Kaffee und Kuchen und auch ein paar leckere Fritten, bzw. Bratkartoffel in der Sonne schmecken. Apropos Sonne, die ließ sich doch tatsächlich kurz nach dem Start zum ersten Mal blicken und vertrieb so nach und nach immer mehr Wolken. Der angekündigte Regen kam erst, als ich gemütlich und trocken beim Schreiben dieses Berichtes am Computer saß. Schwein gehabt!HK-DH-20110623_14-35-52

Insgesamt sind es 45 Kilometer geworden und es haben sich ca. 650 Höhenmeter summiert. Vorsicht, die kosten richtig Körner! Um den Track diesmal crossfree zu bekommen, musste ich einen kleinen Kunstgriff anwenden und den Anfangspunkt etwas verlegen. Es ist also nicht ganz ein Rundkurs geworden. Da diese Heimatkunde "Downhill" heisst, solltet ihr den Track (Download) gegen den Uhrzeigersinn fahren. Das heisst, wenn ihr mit dem Rücken zur Dalheimer Mühle steht, geht es zuerst mal nach rechts (und NICHT am See vorbei). Ich denke andersrum macht er nicht ganz so viel Spaß ;-).

Die Fotoausbeute war heute wieder mal sehr gut. Und zum Schluß noch einmal das Thema "20 kleine Negerlein" von denen am Ende 7 übrig blieben ;-) 

UPDATE 11.07.2011: Kurz nachdem wir die Heimatkunde gefahren sind, mussten wir feststellen, dass die Waldarbeiter einen der Trails mit einem kniffligen Downhill (den nur Sebastian gefahren ist) und einem Chickenway (also einer Abfahrt, mit der man den Kniffeldownhill vermeiden kann) an den verwunschenen Seen ins Nirwana geschickt haben.  Ich habe heute eine Alternative ausprobiert und für gut befunden. Damit entfallen auch beide Schiebepassagen. Den gpx-Track habe ich aktualisiert.

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